Mittwoch, 9. März 2011

Unterwegs im Regenwald


Die Nacht fällt heute kürzer aus als geplant, denn irgendwann gegen 5:00 öffnet der Himmel seine Schleusen und der Baum, unter dem wir geparkt haben, lässt die Regentropfen immer nur in größeren Portionen aufs Wagendach klatschen. Als wir dann aufstehen, regenet es immer noch, so dass wir das Frühstück ins Bett verlegen müssen.
Zunächst fahren wir heute einen kleinen Abstecher zu den Erskine Falls – ein Wasserfall, der sich im Regenwald versteckt, aber gut zu Fuß zu erreichen ist. Später geht’s dann weiter die Great Ocean Road entlang, die sich in Serpentien direkt an der Küste bergauf und bergab entlang windet. Bei Sonnenschein muss das hier herrlich aussehen. Bei den knapp über dem Meer hängenden Wolken fallsen unsere Stopps an Aussichtspunkten aber nur entsprechend kurz aus.
In Apollo Bay machen wir aber ein wenig länger halt. Glücklicherweise legt der Regen gerade mal eine Pause ein, die wir nutzen, um die Hauptstraße entlang zu flanieren und anschließend etwas Nahrhaftes zu uns nehmen.
Kurz hinter der Stadt verlässt die Great Ocean Road die Küste und windet sich durchs Hinterlang. Zwischenzeitlich fahren wir einen ausgedehnten Abschnitt durch Regenwald. Mittendrin lädt ein Maids Rest Rainforest Walk zum Halt ein – wir nehmen an und wandern einen angelegten Pfad entlang unter riesigen Myrthle Trees und großen Farnen hindurch.
Wenig später verlassen wir den Wald und finden uns in einer Landschaft wieder, die genauso gut in Schottland sein könnte. Landschaft, Regen – selbst die Schafe fehlen nicht
In Princetown machen für heute Schluss und gönnen uns erstmal ein Nickerchen. Laut Campingplatzbetreiber dürfen wir uns morgen Hoffnung auf schöneres Wetter machen :-) Die riesige Stadt mit ihrer handvoll Häusern unterhält immerhin ein Restaurant mit Take-Away Abteilung, aus der wir uns leckere Fish & Chips zum Abendbrot holen.

Dienstag, 8. März 2011

Great Ocean Road


Nach dem Aufstehen beschließen wir auf einen weiteren Besuch von Geelong zu verzichten. Stattdessen wollen wir uns direkt auf die Great Ocean Road begeben, die uns Richtig Adelaide bringen wird. Das brilliante Wetter hat sich über Nacht aus dem Staub gemacht und uns dunkle Regenwolken hinterlassen.
Ganz gemütlich touren wir die Straße an der Küste entlang halten immer mal wieder an Lookout Points an und machen einen Abstecher zum Leuchtturm von Aireys Inlet.
Nach ein paar weiteren Kilometern erreichen wir unser heutiges Tagesziel – Lorne. Lorne ist ein altes Badestädtchen. Hier sind früher die Wohlhabenden Melbournes mit dem Schiff zum Badeausflug hergefahren. Heute finden wir hier ein super nettes kleines Städtchen wieder, mit Parks direkt am Wasser, netten Häusern und Läden – rundum: sehr gemütlich. Dazu kommt, dass hier wie auch schon in Melboune und Geelong alles super gepflegt ist. Immer wieder finden sich Parks und Plätze und immer ist übrigens auch ein super ausgestatteter Kinderspieltplatz in klasse Lage vorhanden – natürlich top in Schuss. Die Lebensqualität ist hier definitiv sehr hoch.

Montag, 7. März 2011

Endlich wieder Sommer


Pünktlich zum Sonnenaufgang erreichen wir Melbourne. Die ersten Sonnenstrahlen fallen auf den Flugplatz, als wir am Terminal andocken. Den Einwanderungsschalter passieren wir vollkommen problemlos und finden uns kurz darauf vor dem Terminal bei den auf ein Taxi Wartenden ein. Der Taxifahrer kennt offensichtlich die Straße unseres Campervan-Vermieters nicht. Auch das Navi hilft wohl nicht. Also ruft er in der Zentrale an – auch hier hat er kein Glück. Nach einer Weile ist das Problem gelöst, und wir können unseren Camper in Empfang nehmen.
Bei bestem Wetter schlagen wir den Weg nach Geelong ein. Das liegt nicht allzuweit südwestlich von Melbourne. Wir kommen auf der auch außerhalb von Melbourne mindestens dreispurigen Straße gut voran, bis wir direkt am Anfang von Geelong in einen Mega-Stau geraten. Wegen Bauarbeiten verengen sich hier die drei Spuren auf eine einzige Spur. Kaum dem Stau entronnen, suchen und finden wir einen Supermarkt, um uns zunächst mal mit allem Nötigen zu versorgen. Etwas überrascht sind wir von den Preisen – geschenkt wird einem hier nichts ;-) Wahrscheinlich hat sich der Euro im Vergleich zum australischen Dollar noch immer nicht von der Finanzkrise erholt...
Anschließend kurven wir mehr oder weniger zielgerichtet durch die ebenfalls riesige Stadt, bis wir endlich den Campingplatz gefunden haben. Wir suchen uns ein nettes Plätzchen unter einem Eukalypthus-Baum und machen erstmal ein Nickerchen.
Als der Wecker eine Stunde später klingelt müssen wir allen vorhanden Willen mit weiteren Placebos aufbauschen, um uns aufzuraffen. Eine Dusche macht aber vorübergehend neue Menschen aus uns. Den neuen Elan nutzen wir, um an den nahe gelegenen Fluss zu spazieren. Hier erfrischt uns auch immer mal wieder eine frische Brise. Die Umstellung von -4ºC auf gute 30º zusammen mit der Müdigkeit machen uns doch ein wenig zu schaffen.
Der Abschnitt vor unserer Campertür ist anscheinend Ruder-Revier und so können wir diverse Boote bei ihren Trainingseinheiten verfolgen. Am Ufer radeln die dazugehörigen Trainer mit Funk bewaffnet nebenher.
Falls die Ruderer gerade mal um die nächste Biegung veschwunden sind, unterhalten uns ein paar Kakadus, die sich entweder lautstark über irgendetwas (vermutlich uns) tot lachen, oder im großen Schwarm einmal um den Platz fliegen.

Samstag, 5. März 2011

Abflug


Es ist punkt 14:30. Alle Sachen gepackt und pünktlich wie ein Maurer steht auch schon Tim vor der Tür, um uns nach Hamburg zu bringen.
Kurze Zeit später sind wir auch schon im Flughafen, und obwohl wir so pünktlich sind, hat der Check-In-Schalter schon geöffnet :-) Nachdem unsere Online-Check-In-Versuche gestern nicht soo erfolgreich waren, hoffen wir jetzt so pünktlich am Schalter noch gute Plätze zu ergattern. Aber dummerweise scheint der One-World-Verbund doch nicht wirklich eine Welt zu sein. Zumindest kann uns die Dame von British Airways weder Plätze für unseren Qantas-Flug vergeben, noch uns eine Bordkarte ausdrucken. Dazu müssen wir uns in London an Qantas direkt wenden.
Bei einem Besuch auf der Aussichtsterrasse schnappen wir noch mal frische Luft – die letzte für die nächsten 26 Stunden. Beim Sicherheits-Scan erklimmen wir einen neuen Level, was die Untersuchung unseres Foto-Rucksacks angeht. Wir sind ja schon daran gewöhnt, nach dem ersten Scan die Fächer für weitere Untersuchungen zu öffnen. Diesmal müssen wir nach einem zweiten Scan-Durchlauf mit einem Beamten in ein extra Kabuff. Hier wird die Kameraausrüstung mit einem Teststreifen abgewischt, und dieser anschließend in eine Analyse-Maschine geschoben. Nachdem kein wildes Gepiepse losgeht und auch sonst nix explodiert, wird der Rucksack freigegeben und wir dürfen zum Gate wandern.
Der Flug nach London verläuft, wie er verlaufen soll: Wir steigen ein, starten, fliegen, landen. Allerdings kommen wir nicht einfach per Brücke ins Terminal, sondern werden per Bus gefahren. Eigentlich eine Sach von zwei Minuten. Nicht jedoch mit uns. An einer Kreuzung muss der Bus einem Flugzeug Vorfahrt gewähren. Der kreuzende Airbus kreuzt aber nicht, sondern parkt direkt vorm Bus. Da bleibt er auch bestimmt 10 Minuten stehen, bevor er weiter rollt...
Im Terminal angekommen, müssen wir gleich den nächsten Shuttle zum Interkontinental-Terminal nehmen, was einer halben Weltreise gleich kommt. Heathrow ist schon verdammt groß. In Terminal 3 angekommen, passieren wir die dortige Sicherheitskontrolle ganz ohne Probleme. Auch die Bordkarten bekommen wir am Qantas-Schalter, die Hoffnung auf andere Plätze zerschlägt sich aber. Wir werden mit den Plätzen genau in der Mitte und damit weit weg von sämtlichen Fenstern vorlieb nehmen müssen.
Zwei Stunden später ist es soweit: Endlich wird das Gate für unseren Flug bekannt gegeben. Als wir dort ankommen, ahnen wir erstmals, wie groß so ein A380 ist. Unmengen an Menschen reihen sich zu einer ewig langen Schlange auf, um in den Bereich des Gates zu kommen. Auch das Boarding erstreckte sich über eine Stunde, und nicht die üblichen 30 Minuten.
Der Flug nach Singapur verläuft ohne Ereignisse, es explodieren keine Triebwerke, nur eine Passagierin benötigt die Sauerstoffflasche. Nach zwei Mahlzeiten und 13 Stunden sind wir auch schon in Singapur. Der Nachmittagsregen ist vorbei, die Sonne lugt etwas hinter den Wolken hervor und beleuchtet beim Anflug die riesige Anzahl an Hochseefrachtern, die in der Meerenge ankern.
Nachdem wir das Flugzeug verlassen haben, bleibt noch ein wenig Zeit um sich die müden Beine zu vertreten, bevor wir duch die erneute Sicherheitskontolle wieder ins Gate müssen. Zurück an Bord freut Ina sich über den neuen Sitznachbarn: Goodbye taschentuchfreies Geschniefe und Geschnaufe :-)

Mittwoch, 2. März 2011

Noch ziemlich genau 3 Tage

Australien, wir kommen! Die letzten Einkäufe haben wir erledigt... hoffen wir ;-)

Montag, 21. September 2009

Rückflug


Heute geht’s wieder zurück nach Hause. Alle Sachen sind gepackt und im Auto verstaut und wir fahren zum Fähranleger eine halbe Stunde nördlich von Victoria. Als wir ankommen, sind wir froh, unseren Platz reserviert zu haben. Die Fahrt bietet noch mal einiges, schlängeln wir uns doch zwischen etlichen Inseln hindurch, bevor wir die letzten Kilometer über „offenes“ Meer zum Festland überbrücken.
Hier angekommen haben wir noch ein paar Stunden Zeit. Wir fahren nach Vancouver und dort zum Strand. Mit einer letzten Portion Fish and Chips hier am Strand verabschieden wir uns und fahren zum Flughafen. Auf dem Weg dorthin müssen wir noch auftanken und tun dies an einer Shell-Tankstelle, wo wir zum Tanken die Kreditkarte am Tresen hinterlegen müssen!!! Wo sind wir denn?!
Egal, dafür klappt die Autoabgabe super: Einfach das Auto in eine Tiefgarage fahren (die alle Vermieter nutzen), Schlüssel abgeben – Fertig.
Einchecken, boarden, alles läuft ohne Probleme. Sogar der Flug wird aufgrund kräftigen Rückenwindes deutlich schneller sein. Herrlich, haben wir morgen in London noch mehr Zeit ;-)
Zeitsprung. Montag, 21:30 Uhr. Wir landen vollkommen fertig in Hamburg und sind froh später im Bett zu liegen. Nur das mit dem Schlaf funktioniert nicht. Offensichtlich hat der Jetlag zugeschlagen...

Sonntag, 20. September 2009

Victoria


Die Sonne strahlt heute wieder, während wir die Innenstadt Victorias erkunden. Die Stadt ist schon ein paar Tage älter, als die meisten anderen West-Kanadischen Städte, und so gibt es eine schöne Altstadt, die recht natürlich wirkt. Am frühen Nachmittag begeben wir uns runter zum Hafen, der gleichzeitig auch Airport für die Wasserflugzeuge ist, und besteigen eines der Wasserflugzeuge für einen Scenic Flight. Wir fliegen eine Schleife nach Süden, anschließend nach Norden, zurück zwischen Insel und „Festland“ hindurch und schon sind 20 Minuten wieder um.
Im Anschluss gönnen wir uns mit Fish and Chips einen kleinen Imbiss am Wasser, bevor wir noch einen Kinobesuch im IMAX machen.

Samstag, 19. September 2009

Auf nach Victoria


Nach einem letzten ausgedehnten Frühstück auf unserer eigenen Terrasse packen wir unsere sieben Sachen und machen uns auf den Weg. Der Weg nach Victoria ist weit. Unterwegs, irgendwo zwischen Port Alberni und der Ostküste von Vancouver Island machen wir Halt im Regenwald und begeben uns auf den Cathedral Grove „Trail“. In diesem Abschnitt des Waldes gibt es einige Red Cedars, die tatsächlich schon 800 Jahre auf dem Buckel haben.
Weiter geht die Fahrt in immer belebtere Gegenden, bis wir am Abend in Victoria ankommen. Wir machen noch einen kleinen Spaziergang durch die Innenstadt auf der Suche nach einem Restaurant....hier ist ganz schön was los...

Freitag, 18. September 2009

Pacific Rim


Nach einem ausgedehnten Frühstück auf unserer Terrasse :-) machen wir ein paar Ausflüge in den Pacific Rim National Park. Als erstes statten wir dem Radar Hill einen Besuch ab. Hier oben finden ein kleines Denkmal und einen schönen Blick (wenn wir uns die dichten Wolken mal weg denken) über den Clayoquot Sound.
Anschließend begeben wir uns auf den Schooner Cove Trail. Der führt uns einen Kilometer durch dichten Regenwald mit heftig vermoosten und zum Teil gigantischen Tannen bis zum Long Beach.
Nachdem wir wieder zurück auf dem Parkplatz sind, fahren wir weiter zum Incinerator Rock, der ebenfalls am Long Beach liegt. Von hier können wir auch den eben noch erwanderten Strandabschnitt erblicken. Mittlerweile hat übrigens auch wieder der Regen eingesetzt.
Bevor wir vor dem Regen kapitulieren, machen wir noch einen weiteren kleinen Abstecher zum Strand und kehren anschließend wieder heim vor den Kamin.
Mit Sandwiches wärmen wir uns am Kamin auf und fahren später nochmals nach Tofino. Der Regen hat sich mittlerweile leider vom leichten Nieselregen zum ausdauernden Landregen entwickelt.

Donnerstag, 17. September 2009

An der Westküste

Heute weckt uns der Regen. Draußen schüttet es. Wir packen unsere sieben Sachen und verlassen die Stadt. Unser Weg führt weiter nach Westen.
Zunächst schlängeln wir uns auf einer vergleichsweise engen Straße im Regenwald die Berge hoch und runter. Nach zwei Stunden kommen wir an der Küste an. Auch hier regnet es leider. Wir besuchen die Touri-Info. Den Blick auf die Wettervorhersage hätten wir aber nicht werfen sollen: Heute und die nächsten Tage „Wolke mit Regentropfen“ bei 100% Regenwahrscheinlichkeit.
Wir fahren zunächst nach Ucluelet. Hier schlendern wir ein bisschen am Hafen entlang, aber so richtig viel zu entdecken gibt es hier nicht. Weiter geht es zur Spitze der Landzunge mit einem Leuchtturm. Von hier können wir zum ersten Mal auf den offenen Pazifik schauen. Nicht weit entfernt heult eine Heulboje auf der einen Seite, während auf der Anderen eine „Bimmel-Boje“ gelegentlich vor sich hin bimmelt. Wenn es jetzt noch neblig wäre, könnten wir denken, wir wären in einem Hollywood-Streifen...
Wenig später fahren wir nach Nordwesten in Richtung Tofino und halten am Wickaninnish Interpretive Centre, wo wir ein paar Dinge über den Walfang der Indianer in früheren Zeiten erfahren. Am benachbarten Wickaninnish Beach können wir im Anschluss etliche Surfer dabei beobachten, wie sie alle zusammen erfolglos auf „die“ Welle warten.
Da wir vom Regenwetter total geschafft sind, machen wir uns auf den Weg zum Hotel, halten aber kurz davor noch mal am Long Beach an. Im Hotel erwartet uns dann die große Überraschung. Zunächst werden wir verwirrt, denn die Zufahrt ist mit einem breiten Gittertor einschließlich Code-Schloss gesperrt. Wir entdecken am Rande aber eine kleine Pforte, die offen ist. Nach ein paar Kurven kommen wir an einem Gebäude an, das sich nach Umrundung tatsächlich als Empfang entpuppt. Schon hier springt uns der pure Luxus entgegen. Irgendwie fühlen wir uns ein wenig fehl am Platze. Der Luxus setzt sich dann in unserem Appartement fort. Alles super edel und neu: Holz- und Natursteinfußböden und -fliesen, moderne Küche mit Automatik-Gasherd und zu guter Letzt Kamin. Ach ja, Flachbildfernseher, Sofa, Sessel und eigene Terrasse hätten wir fast vergessen. Hundert Meter durch die Anlage befindet sich der Strandzugang zur Cox Bay. Wären wir Surfer, könnten wir direkt auf die Bretter steigen.
Abends fahren wir noch nach Tofino und bummeln auf der Suche nach einem Restaurant durch die Stadt, die sehr niedlich und belebt erscheint.

Mittwoch, 16. September 2009

Vancouver Island


Heute heißt mal wieder früh aufstehen. Nachdem wir in Clearwater letztlich einen Tag „gespart“ haben, ist unsere Fähr-Reservierung nach Vancouver Island hinfällig geworden. Wir wollen auf jeden Fall früh genug vor Ort sein, um mitzukommen. Da auch auf der Strecke nach Vancouver kräftig der Highway erneuert wurde, sind wir so früh am Hafen, dass wir eigentlich noch eine Fähre früher mitkommen müssten.
Irgendwas ist heute aber mit dem Fährplan anders als erwartet. Die erhoffte Fähre kommt nicht und so warten wir auf die „geplante“. Als die dann zum boarden bereit ist, kommen wir auch tatsächlich mit und genießen eine sonnige und richtig gemütliche Überfahrt. Kurz vor Ankunft in Nanaimo kreuzen dann auch noch zwei Orcas unseren Weg! Ein tolles Erlebnis, auch wenn wir nur einen der beiden ganz kurz zu Gesicht bekommen.
In Nanaimo machen wir noch kurz halt und schlendern am Yacht- und Fischerhafen vorbei. Anschließend brechen wir nach Norden zu unserem heutigen Ziel Port Alberni auf. Auf dem Weg fahren wir in Parksville ab und an den Strand. Zusammen mit ein paar Einheimischen genießen wir in völliger Ruhe den Blick über die Inside Passage zu den in der Ferne liegenden Bergen. Im Nachbarort Qualicum Beach geht es ähnlich beschaulich und gepflegt zu. Hier könnte man eigentlich viel mehr Zeit verbringen, aber leider müssen wir weiter.
Im Little Qualicum Falls Provincial Park, der direkt am Wegesrand liegt, besuchen wir die örtlichen Wasserfälle. Völlig ohne Touristen kommen wir uns fast ein wenig verlassen vor ;-) Der weitere Weg schlängelt sich durch malerisch durch einen weiten Regenwald, bevor wir in Port Alberni abbiegen. Auf der Suche nach einem Restaurant müssen wir völlig überrascht und gleichzeitig entsetzt feststellen, dass der Ort quasi tot ist. Entweder haben die Geschäfte scheinbar für immer geschlossen, oder sie sind schon im Winterschlaf. Letztlich finden wir noch ein Restaurant und können von Glück reden, dass wir das schon gegen 19:30 geschafft haben. Denn das Pärchen, das kurz nach 20:00 eintrifft, findet nur noch die bereits geschlossene Küche vor. Dafür 10m entfernt von uns eine Robbe vorbei, prustet ein paar Mal und taucht wieder ab....

Dienstag, 15. September 2009

Whistler


Obwohl der Wetterbericht uns schönstes Wetter versprochen hat, hängen heute die Wolken tief im Tal. Wir machen zunächst einen Spaziergang durch Whistler, Austragungsort der nächsten olympischen Winterspiele. Obwohl die Stadt vor ca. 30 Jahren auf dem Reißbrett als Wintersportort entstanden ist, ist sie richtig nett und gemütlich. Alles mit Geschmack und ziemlich natürlich gestaltet. Im Grunde ist alles eine Fußgängerzone. Die Skilifte fahren direkt von hier aus ab.
Unser Plan, mit der Gondola auf die beiden umliegenden Berge (Whistler Mountain und Blackcomb Mountain) zu fahren, um ein tolles Panorama zu genießen, platzen mit den nach wie vor tief hängenden, dichten Wolken. Mach ja aber nichts, haben wir doch in sämtlichen Prospekten lesen können, dass man in Whistler auch im Sommer alles Mögliche machen kann. Bei der Recherche stoßen wir auch auf die olympische Bob- und Schlittenbahn, die man sich gerne ansehen soll – wir finden nur leider keinerlei Hinweise darauf, wo die denn nun wäre. Egal, wir machen uns auf die Suche. Nach etlichen Irrwegen finden wir sie tatsächlich – und stellen fest, dass die Anlage gesperrt ist......
Nun gut, dann wollen wir eben zur Blackcomb Skibasis. Hier soll allerhand Spaß zu finden sein. Unter anderem ist sogar von einer Luge(!) die Rede. Also nichts wie hin da. Wir finden das diesmal sogar recht schnell, scheitern aber dafür an der Parkplatzfrage. Nachdem die gelöst ist, betreten wir den Platz. Komisch...hier ist gar nichts los. Auch hier ist alles geschlossen. So langsam erkennen wir, dass dieser Tage hier mit Ablauf der Hochsaison, die gaaanze Saison beendet wurde....
Etwas frustriert und enttäuscht spazieren wir durch einen kleinen Park und befinden uns überraschenderweise wieder direkt in der City am Hotel. Hier ist wirklich alles zu Fuß zu erreichen....nur wissen müsste man das! Wegweiser bzw. Ortsangaben zu Örtlichkeiten, die keine Skipisten sind, fehlen leider gänzlich. Die finden wir weder in überall ausliegenden Stadtplänen noch am Wegesrand.
Nach einem Kaffee, den wir im erwähnten „Park“ am Fluss genießen, beschließen wir auf Gut Glück zum Lost Lake zu fahren. Von dem hatten wir vorhin auf einem Schild gelesen. Als wir dort ankommen, finden wir einen idyllisch im Wald liegenden See vor, an dessen Ufer ein netter Picknickplatz eingerichtet ist. Von hier aus spazieren wir auf einer Skilanglauf-Loipe einmal um den See und genießen die Abendsonne.

Montag, 14. September 2009

Durch die Halbwüste


Nach dem Aufstehen fahren wir in eines der Einkaufszentren, um bei einer weltberühmten Kette (Tim Hortons ;-) ein Frühstück (getoasteter Bagel with Cream Cheese) zu uns zu nehmen. Wir sind wieder einmal überrascht, wie viele Leute morgens um 10:00 Uhr und guten 30° schon dicke Burger zu sich nehmen....
Wie auch immer, wir fahren aus der Stadt durch öde Landschaften. Nahezu alle Bäume sind komplett vertrocknet. Das Einzige, das nach Leben aussieht, ist der wilde Salbei, der am Straßenrand blüht. Um uns von der fehlenden Abwechslung zu erholen, machen wir an der historischen Hat Creek Heritage Ranch bei Cache Creek halt. Hier ist ein Gasthof erhalten worden, der einst an der Cariboo Waggon Road lag, über die tausende von Goldsuchern in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts nach Norden zogen.
Wir fahren weiter Richtung Lillooet in die Berge hinein. Trotz der zunehmenden Höhe fallen die Temperaturen nicht. Dafür nimmt aber auch der Baum- oder Buschbestand nicht zu. In Lillooet erreichen wir den Höhepunkt der Einöde. Auf einem Plateau in mitten der vertrockneten Landschaft gelegen, scheint es einem zuzurufen: „Mach hier nicht Halt, oder du kommst nie wieder fort“. Kurz darauf kommen wir nach einer gefühlten Ewigkeit an der letzten Service-Station für die nächsten 100km vorbei und stärken uns mit einem Eis und Cappuccino.
Nur wenige Kilometer später kommen wir in eine andere Welt. Unten im Tal überqueren wir eine kleine Brücke, um uns über Serpentinen wieder in die Berge zu schrauben. Und hier hört die Trockenheit urplötzlich auf. Auf Schlag sind wir wieder in dichten grünen Wäldern und passieren Flüsse und Seen.
Nach weiteren unzähligen Kilometern kommen wir wieder in Außenbezirke menschlicher Zivilisation. Und ausgerechnet hier zwischen zwei Dörfern springt uns doch glatt ein Schwarzbär vors Auto. Wir müssen scharf bremsen und können ihm dabei zusehen, wie er flugs über die Straße tapert und anschließend gleich wieder im Wald verschwindet.
Von nun an geht’s Schlag auf Schlag. Wir passieren Pemberton, wo offensichtlich für die Olympischen Spiele ordentlich aufgerüstet wird, und sind kurze Zeit später in Whistler. Auch hier wird noch fleißig Hand angelegt.