Dienstag, 5. Februar 2013

Auf dem Mond dampft es

Anders als von zu Hause gewohnt, hatte die Wettervorhersage hier absolut Recht. Die Nacht über regnet es, aber pünktlich zum Aufstehen ist es wieder trocken. Zunächst statten wir den Huka Falls einen Besuch ab. Hier rauscht das aus dem Taupo-See fließende Wasser durch eine schmale Felsschlucht und stürzt anschließend ein paar Meter tief in ein breiteres Becken. Dabei hat das Wasser eine herrlich türkis-blaue Farbe. Sieht toll aus.

Wir besuchen heute "The Craters of the Moon" in der Nähe von Taupo. Dabei handelt es sich um ein thermisch aktives Gebiet, das noch sehr jung ist, denn aus den paar wenigen Fumeroles (also Löchern, aus denen Dampf und Gase entweichen), die es in den 50'ern in dem Tal dort gab, entwickelte sich mit Errichtung des Kraftwerks um die Ecke deutlich mehr. Wenn man heute ins Tal blickt, dampft es alle paar Meter. Dazu kommen noch ein paar blubbernde Schlammlöcher. Einige ältere dieser Löcher haben durch ihre Mini-Eruptionen von Schlamm diverse Krater hinterlassen - insgesamt wirkt das ganze Tal wenig irdisch.

Wir verdampfen hier irgendwann auch und kehren im Huka Bee Hive ein. Hier lernen wir fast alles über Honigbienen und die Entstehung von Honig. Sogar ein Honig-Tasting wird angeboten, was wir natürlich gerne mitmachen. Mmmmh… lecker!

Als wir den Bienenstock verlassen, regnet es wieder kräftig. Ein Blick auf die Uhr und wir beschließen in Windeseile, das Kino aufzusuchen und den Tag entspannt ausklingen zu lassen.

Montag, 4. Februar 2013

Der Herbst kommt

Langsam zieht der Himmel zu, als wir vom Campinplatz rollen. Nach ein paar wenigen Kilometern an der Küste biegen wir ins Landesinnere ab. Am Ende des Tages wollen wir in Taupō am gleichnamigen See sein. Auf dem Weg dorthin erwarten wir nichts Aufregendes. Damit es nicht zu langweilig wird, wird's vom Himmel her immer feuchter. Mit super feinem Nieselregen angefangen, sind wir kurz vor Taupō bei nennenswertem Regen angekommen. Dazu stürmt es ordentlich. Mittendrin machen wir noch einen kurzen Fotostop bei den Waipunga Wasserfällen. Hier stürzt sich der Flusslauf in drei parallelen Wassersäulen wunderschön in die Tiefe.In Taupō spielt Petrus mit und lässt es trocken sein mit gelegentlichen Gastspielen der Sonne. Wir erkunden das Stadtzentrum, decken uns mit Informationen aus der Touri-Info ein und betreiben ein erstes Studium bei Kaffee und Kuchen. Unsere Entscheidung fällt auf die Aratiatia Rapids. Dabei handelt es sich um langgezogene Stromschnellen. WIr müssen uns allerdings etwas beeilen, da wir pünktlich um 16:00 vor Ort sein müssen. Klingt merkwürdig, ist aber darin begründet, dass an dieser Stelle eigentlich im Wasserkraftwerk Strom gewonnen wird. Dadurch fließt aus dem direkt vor den Rapids gelegenen Stausee nicht allzuviel Wasser den natürlichen Flusslauf hinab. Jedoch immer um 10:00, 12:00, 14:00 und 16:00 werden die Schleusen geöffnet und das Wasser nimmt seinen eigentlich vorbestimmten Weg.

Später schaffen wir es gerade so, unser Essen noch draussen an frischer Luft zu uns nehmen und abzuwaschen. Wir schaffen es sogar noch im Trocknen zurück, bevor der Regen (diesmal richtiger) einsetzt. Wettervorhersage für heute Nacht: 22mm Regen. Wettervorhersage für morgen: Trocken :-)

Sonntag, 3. Februar 2013

Ein entspannter Sonntag

Heute ist Sonntag, und der Wecker klingelt dementsprechend etwas später. Später als sonst brechen wir auf und fahren an Napier vorbei nach Hastings. Das liegt nicht viel weiter auf der Straße nach Süden. Am Ortseingang biegen wir ab und begeben uns zum all-sonntäglichen "Farmers Market". Am Rande einer großen Wiese zwischen hohen und damit schattenspendenden Bäumen reihen sich Stände der umliegenden Güter aneinander. Die einen bieten ihre Früchte oder ihr Gemüse frisch geerntet feil. Andere mischen z.B. ihre Blaubeeren live in Eiscreme, an wieder anderen Ständen werden Spezialitäten zum Verkauf angeboten. Dazu spielt im Hintergrund unaufdringliche Sommermusik und zu leckerem Kaffee genießen wir frisches Blaubeereis.Anschließend fahren wir noch etwas weiter ins Stadtzentrum und erkunden Hastings. Wie Napier auch im Erdbeben von 1931 nahezu vollständig zerstört, ist Hastings nicht so reisserisch aufgebaut worden. Ähnlichkeiten über den Art Deco Stil finden sich aber zu Genüge. Als wir schon fast wieder weiter wollen, stolpern wir noch über ein Sportgeschäft, wo wir uns unverhofft mit diversem Sommerzubehör eindecken. Angeblich soll "Sommer" ja auch zu Hause existieren...

Nach soviel Anstrengung wird's dann auch wieder mal Zeit etwas zu entspannen, und so halten wir vor Rush Munro's Ice Cream Garden. Das Teil kommt bisher einem Eiscafé am nächsten. Hier kann man sich sogar Eiskugeln in einen Glasbecher geben lassen. Noch etwas Topping (also Soße oder Streusel oben drauf), und das ganze ist schon fast ein Eisbecher, heißt hier aber Sundae. Wir genemigen uns die Kugeln trotzdem in der Waffel und machen es uns im zugehörigen Garten gemütlich.

Als wir uns genug ausgeruht haben, fahren wir weiter nach Havelock North. Dieses noch kleinere Städtchen liegt gleich nebenan und macht einen super netten Eindruck. Wir halten uns aber nicht lange auf und fahren zum Te Mata Peak, dem einzigen Berg der Umgebung. Auf halben Wege parken wir und erklimmen den Gipfel zu Fuß. Von hier oben hat man einen super tollen Ausblick. Unter uns ist gerade ein Paraglider gestartet, als wir uns die eben beim Bauern erworbenen Erdbeeren schmecken lassen.

Samstag, 2. Februar 2013

Napier

Ja, auch heute Nacht kam kein Erdbeben - also Entwarnung ;-) Nach unserem gemütlichen Frühstück brechen wir auf und machen uns auf den Weg nach Napier. Auf der Strecke passieren wir die ein oder andere Eisenbahnbrücke, bei der es gut erscheint, dass man als Bahnpassagier i.d.R. die Brücken selbst nicht zu sehen bekommt…Auf halbem Weg machen wir Rast am Lake Tutira. Der liegt ganz idyllisch zwischen ein paar Hügeln. Wie uns ein paar Schilder am Seerand aufklären, ist aber nicht alles Gold was glänzt. Der See ist offenbar schwer belastet durch die Einträge der Landwirtschaft ringsum. Dazu kommen noch Bakterien, die üble Hautreizungen auslösen können - schwimmen  ist nicht angesagt. Dazu wurden auch noch irgendwelche asiatischen Wasserpflanzen eingeschleppt, die alles zuwuchern, vergammeln und den See zum Stinken bringen. Als Gegenmaßnahme gibt's jetzt Graskarpfen…

Kurz darauf erreichen wir wieder die Küste und haben einen ersten tollen Blick über die Hawke Bay bis nach Napier. Der Strand besteht aus schwarzen flachen Steinen, die einen tollen Kontrast zur weißen Brandung bilden. In Napier selbst begeben wir uns auf einen Stadtrundgang und bewundern die nach dem zerstörerischen Erdbeben von 1931 vollkommen neu aufgebauten Gebäude im Art Deco Stil. Hier ist's wirklich schön. Am Nachmittag lassen wir unseren Camper noch den Bluff Hill erklimmen, um einen tollen Blick von oben auf die Stadt zu bekommen. Der ist allerdings ziemlich zugewachsen.

Bei der Frage nach dem Campingplatz entscheiden wir uns für "toll gelegen" und fahren ein paar wenige Kilometer zurück. Hier parken wir kurz hinter dem Strand für zwei Nächte ein.

Freitag, 1. Februar 2013

Bergfest

Heute fahren wir auf die Mahia Halbinsel - ein Urlaubsparadies! Unser Tourist Radio, das wir mal wieder einschalten, schwärmt uns ungelogen 10 Minuten vor, wie toll es hier ist, dass all die Touristen hier schwimmen, schnorcheln, tauchen und sonstwas für Wassersport ausüben können. Unser Plan sieht also so aus: Ankommen, vielleicht in einem netten Café einen Flat White trinken, an den Strand legen und Augenpflege betreiben.Als wir ankommen, stellen wir fest, das es ein paar Ferienhäuser gibt, keinerlei Anzeichen von Cafés und auch ansonsten keinerlei Anzeichen von irgendwelchen Leuten. Wir suchen uns eine windgeschützte Wiese und setzen immerhin unseren letzten Punkt unseres Planes um.

Am späten Nachmittag treffen wir dann in Wairoa ein, wo wir unser Lager aufschlagen. Damit wagen wir ein Experiment, machen wir doch genau auf dem Campingplatz Rast, auf dem wir damals das Erdbeben auslösten. Wir gehen sogar soweit, auf der selben Bank wiederum ein Curry zu uns nehmen. Und…….. es passiert nichts. Kein Erdbeben! Damit ist der Beweis erbracht: Wir sind es gar nicht!

Donnerstag, 31. Januar 2013

Watt'n Scheiß!

Zum Frühstück ist's vergleichsweise bewölkt, macht aber nichts. Unser Nachbar von gegenüber erzählt uns bestimmt drei, vier Mal, was für ein schöner Tag es doch ist, und dass es aufklären wird. So eingestimmt geht's los. Wir fahren zunächst an der Küste entlang nach Ohope. Dem Reiseführer nach ist allein der Strand schon Grund genug, hierher zu kommen. Wir sind nicht ganz der Meinung, aber umsonst war's auch nicht. Der Strand ist unendlich lang und vergleichsweise wild. Die paar Leute, die wir hier antreffen, fallen im Grunde gar nicht auf. Hier merkt man deutlich, dass etwas Abseits der Haupt-Touri-Orte die Saison definitiv schon wieder vorüber ist - und das quasi im August…Auch wenn wir immer gerne an der Küste sind, müssen wir sie nun verlassen und biegen bei Opotiki Richtung Landesinnere ab. Wir fahren quer duch die Berge, allerdings zunächst immer im Tal am Fluß entlang. Wir treffen mitten im Nichts auf die Tauranga Bridge. Die ist das letzte Überbleibsel vom Versuch einiger Siedler um 1900 herum, hier landwirtschaftlich erfolgreich zu sein. Dummerweise stellte sich heraus, das der Boden einfach nicht fruchtbar genug ist, um mehr als Farne zu ernähren.

Soweit so schön, denken wir uns noch. Doch dann beginnt der Albtraum. Ein harmloses Baustellenschild informiert über eine frisch erneuerte Fahrbahndecke. Die Geschwindigkeit wird auf 50 begrenzt. Sekunden später stellen wir mit Horror fest, das selbst bei 5 km/h der lose aufgeschüttete Split, eher Schotter, so dermaßen aufgewirbelt wird, dass wir das Gefühl haben, unser Wagen steht unter dauerhaftem MG-Beschuss… Und besonders schön ist, dass sich dieser Mist über Kilometer und Kilometer hinzieht. Ist eine Baustelle geschafft, müssen wir nur um die nächste Kurve biegen, um die nächste genauso schlimme Deckenerneuerung zu genießen. Wir sind begeistert und fragen uns, warum wir eigentlich laut Mietvertrag nur befestigte Straßen fahren dürfen. Man muss erstmal eine unbefestigte Straße finden, die dem Auto mehr Schaden zufügen könnte, als dieser Highway.

Und natürlich passiert, was passieren muss: Ein Stein finden schließlich doch den Weg irgendwo zwischen den Bremsscheibenschutz und Bremsscheibe und kreischt, dass uns ganz anders wird. Also an der nächsten Notbucht anhalten, Wagenheber suchen, Vorderrad abnehmen. Sehr interessant, wieviel leicht geteerter Schotter so auf allen möglichen horizontalen Flächen der Radaufhängung Platz findet. Herrlich auch wie es schon klingt, wenn man die Bremsscheibe mit der Hand dreht. Irgendwie bekommen wir den Stein raus, nur um kurze Zeit später festzustellen, dass offensichtlich noch mehr drin waren oder immer wieder welche nachrutschen. Gut auch zu sehen, dass es hier im Nichts auch keinen Handyempfang gibt. Im nächsten Ort beruhigt uns freundlicherweise ein Einheimischer, dass das nur störende Geräusche sind, aber nicht die Sicherheit des Autos beeinflusst ist. Nur wenig beruhigt quietschen wir uns voran. Irgendwo hier treffen wir auf zwei arme Radfahrer. Die werden nicht nur von den Vorbeifahrenden mit Steinen bombardiert, sondern haben auch noch eine gebrochene Gangschaltung. Wir bieten unsere Hilfe an, stellen aber schnell fest, dass wir keine Hilfe sind. Wir haben keine Plätze, um die beiden mitzunehmen und auch keinen Platz, um die beiden Räder zu transportieren. Außer einem "Good Luck" können wir nichts zu tun.

Als wir endlich in Gisborne ankommen, quietschen wir nicht mehr :-) und treffen auf dem Campingplatz die beiden Radfahrer wieder. Beim Schwimmen in der Poverty Bay kühlen wir wieder auf Entspannt-Pegel ab, bevor wir mit einer Pizza am Strand der Sonne beim Untergang zusehen.

Mittwoch, 30. Januar 2013

Zurück an die Küste

Heute ist vielleicht schlechtes Wetter - am Horizont sind tatsächlich ein paar fluffige weiße Wölkchen zu sehen ;-) Auf unserem Weg zurück an die Küste machen wir zunächst Halt an der Skyline Gondola von Rotorua. Übersetzt heißt das: Wir fahren also mit einer Seilbahn den Berg hoch, also auf den der Stadt nächstgelegenen Kraterrand. Die Stadt ist nämlich mitten in einen riesigen alten Vulkankrater gebaut, in dessen Mitte der sehr große Kratersee liegt. Der Ausblick von hier oben ist zwar sehr schön, aber nicht der eigentliche Grund, warum wir hier hoch gefahren sind. Eigentlich sind wir scharf die Luge! Oh ja, das machte schon letztes Mal in Queenstown tierisch Spaß!

Bei der Luge handelt es sich um eine Bergab-Rennstrecke. Man setzt sich in ein dreirädriges Kart, dessen Lenker gleichzeitig auch die Bremse ist. Zieht man den Lenker zu sich hin, senkt man den vorderen Teil des Karts mit den dort verbauten Gummibremsklötzen auf den Aspahlt und man wird langsamer. Je mehr man zieht, desto stärker die Bremswirkund - genial einfach. Mit diesem Wissen rauschen wir fünf Mal den Kurs hinunter, immer auf der Suche nach der Ideallinie und der höchsten Geschwindigkeit. Voll Geil :-) Gerade rechtzeitig zum großen Ansturm sind unsere gekauften Runden verbraucht, und wir genießen nochmal den Ausblick mit Käffchen vom Restaurant.

Anschließend geht's knapp 100 km an ein paar Seen vorbei und durch hauptsächlich flaches Land nach Whakatane, wo wir unseren Camper direkt hintder dem Flussdeich in Laufreichweite zur City einparken. Bei der Erkundung der Stadt stolpern wir über das Kino und kaufen fast Tickets für Django - entscheiden uns aber dann doch für ein gemütliches Dinner mit Muscheln bei Abendsonne am Deich.

Dienstag, 29. Januar 2013

Heiß von unten - kalt von oben

Heute erkunden wir den Eingang zur Hölle etwas genauer. Wir entscheiden uns, Te Puia zu besuchen. Dabei handelt es sich um ein Thermalfeld, in dessen Zentrum der große Geysir Pohuto (oder ins englische übersetzt "the big splash") seine Fontänen hoch in die Luft speit. Auf sicheren Wegen lassen sich hier alle möglichen Ausprägungen von thermischen Aktivitäten entdecken und beobachten. Dazu wurde noch ein kleines Maori-Dorf nachgebildet. Ein freundlicher Maori-Guide führt uns herum und erzählt uns zu den wichtigsten Dingen etwas. Passenderweise ist Pohuto gerade aktiv und speit ordentlich Wasser in einer 20 m hohen Fontäne in die Luft. Der Wind hilft mit und zerstäubt einen guten Teil des Wassers und weht die resultierenden Tröpfchen fleißig Richtung Schaulustige - also uns. Obwohl es sich nur um ein paar wenige Meter Abstand handelt, ist der Niederschlag mittlerweile wieder sehr erfrischend kühl. Dank wieder einmal uneingeschränktem Sonnenschein sind unsere nassen Klamotten trocken, bevor wir den nächsten Schatten erreichen. Wir erfahren auch, dass das Abzapfen des heißen Wassers durchaus schon seine Auswirkungen auf die Stärke der Geysire hat. Nach dem einen oder anderen blubbernden Schlammloch besuchen wir das Kiwi-Gehege, in dem zwei Kiwis leben. Immerhin hat die trotz aller Aufforderung zur Stille ordentlich Radau machende Gruppe asiatischer Touristen einen der beiden nicht verscheuchen können. Der Arme hat seinen Kopf unter einem Farn versteckt und regt sich kein Stück. Er hofft wohl darauf, dass wir ihn auf diese Weise genauso wenig sehen können wie er uns ;-)

Zum Ende des kleinen geführten Rundganges entlässt uns der Guide zur Cultural Performance des hier ansässigen Maori-Stammes. Wir dürfen zunächst einer traditionellen Begrüßungszeremonie beiwohnen. Anschließend werden wir ins Versammlungshaus gebeten, wo uns weitere traditionelle Bräuche dargeboten werden. Theoretisch wüssten wir jetzt auch über jedes Detail der hölzernen, schwertähnlichen Waffe eines Maori-Kriegers bescheid. Dummerweise sprach der zur Erläuterung Auserkorene nicht allzu gutes Englisch, womit uns die Details noch immer geheimnisvoll sind... Wikipedia wird aber sicher zu gegebener Zeit aushelfen ;-)

Nachdem unsere terminlichen Verpflichtungen vorüber sind, machen wir uns noch auf eigene Faust zur Erkundung auf. Dank unseres Führers vom Vormittag können wir gut einschätzen, wann der Pohuto wieder ausbrechen wird und finden uns trockenen Fußes (die Kamera dankt's uns) an einer schön gelegenen (und vor allem auch nicht überlaufenen) Aussichtsplattform ein, um den Ausbruch ganz von Anfang an mitzuerleben.

Irgendwann haben wir genug gesehen und auf dem Rückweg ins Camp besorgen wir uns noch ein paar Maiskolben. Die garen wir im campingplatzeigenen naturbetriebenen Dampfofen zum Abendbrot. Lecker! Das anschließende Bad im Heißwasser-Pool entspannt unsere vom Wandern müden Knochen :-)

Montag, 28. Januar 2013

Hölle, Hölle, Hölle, Hölle...

Heute sieht unsere Ereigniskarte vor "Fahre zur Hölle, geh' aber über Los und besichtige noch den Te Puna Quarry Park". Aber eins nach dem anderen. Wir verlassen Waihi und fahren praktisch entlang der Küste Richtung Südosten. Auf dem Weg passieren wir das ein oder andere "Standard-Städtchen", wie wir es mittlerweile getauft haben, so z.B. Katikati. Das Standard-Städtchen sieht so aus: Es gibt im Grunde nur die Hauptstraße, also den Highway, an dessen beiden Seiten sich Western-Style Häuser aneinander reihen, die kleine Shops für dies und das bereithalten.Kurz vor Tauranga passieren wir Te Puna, wo wir einen kleinen Abstecher zum erwähnten Quarry Park machen. Hier toben sich einige Freiwillige auf einem ziemlich großen Stückchen Land aus und kreieren seit über 25 Jahren eine Art botanischen Garten. Wir wandern auf verschlungen Wegen über Stock und Stein, bergauf und -ab von einer Themenwelt zur nächsten. Unter anderem hat es uns der Schmetterlingsgarten angetan, wo viele Monarch-Falter um die Büsche fliegen. Einer möchte wohl mit uns reisen und fliegt immer wieder zu uns zurück, um auf Schulter oder Schuh zu landen.

Irgendwann haben wir genug gesehen und fahren weiter nach Tauranga, eine Stadt am Meer, die für neuseeländische Verhältnisse mit ihren 100.000 Einwohnern schon eine Großstadt ist. Trotz Feiertag ist hier noch durchaus Leben, besonders die Waterfront Dining Zone ist gut besucht. Hier erholen sich wohl diejenigen, die eben noch in dem offenen Eiszelt eislaufen waren! Das gibt auf jeden Fall Minuspunkte... Wir genießen einen Frappuccino, bevor wir den Weg zum Eingang der Hölle, sprich Rotorua, machen.

Hier im Zentrum der thermischen Aktivitäten Neuseelands dampft und blubbert es an allen Straßenecken. Hin und wieder zieht der würzige Duft von Schwefelgasen vorbei. Wir checken in einem am Lake Rotorua und stadtnah gelegenen Campingplatz ein und machen uns auch sogleich auf den Weg in die Stadt. Dem Rat der netten Frau aus dem Büro folgend, schlängeln wir uns über ein paar kleinere Nebenstraßen, um auch noch in einem Maori-Dorf und an einer alten Kirche vorbeizukommen. Während Basti sich noch fragt, ob die hier so schlau sind und die thermische Energie sinnvoll aufzufangen und an die Häuser zu verteilen, findet sich die Antwort bereits im nächsten Garten und auf dem übernächsten Dach. Wozu so mühevoll ein Kraftwerk mit Fernwärme unterhalten. So ein Quatsch, einfach in Rohr in den Boden rammen, an die Heizung anschließen, fertig. Jedenfalls finden sich in allerhand Vorgärten abgezäunte Bereiche in denen aus brodelt. Auf dem nächsten Dach ploppt das Überdruckventil und entlässt einen Schwall Wasser. Irgendwann kommen wir auch tatächlich in der Stadt an. Hier spazieren wir gemütlich durch die Governments Garden und genießen das schöne Wetter.

Später, zurück auf dem Campingplatz nutzen wir die Möglichkeit und begeben uns zum Entspannen in einen der Heißwasser Pools. Wie wir dem Info-Schild entnehmen, baden wir dabei in Wasser, das kochend vor gut 20 Stunden frisch aus dem platzeigenen Brunnen geholt wurde und dann für ca. 20 Stunden zum Abkühlen in Tanks zwischengelagert wurde. So nochmals richtig durchgewärmt, begeben wir uns zum Strand, um den Aufgang des Vollmondes zu erleben :-) Wir müssen aufpassen, noch bei ausreichend Licht den Weg zurück anzutreten, würde doch ein Schritt neben den Weg in einem heiß blubbernden Fluss enden - Verbrühungen eingeschlossen...

Sonntag, 27. Januar 2013

Gold und Sand

Heute schnüren wir unsere Wanderschuhe und fahren ein wenig Richtung Hinterland zum Ausgangspunkt "Karangahake Gorge", von dem aus wir in den Bergen das ehemalige Goldminengelände erkunden. Über diverse, schön schwankende Hängebrücken, an ehemaligen Schienenanlagen entlang, durch alte Tunnel hindurch mitten im Wald in der Schlucht finden sich diverse Überreste der alten Anlagen, in denen damals die aus dem Berg geholten Erzklumpen zerstampft und zermalen wurden, um anschließend mit chemischen Prozessen um ihren Goldanteil erleichtert zu werden. Zum Schluss führt uns unsere Tour noch durch den ehemaligen 1 km langen Eisenbahntunnel, der nur spärlich beleuchtet ist. Passenderweise kommen uns bei nächtlichen Verhältnissen massig Fahrradfahrer mit Helm und dafür ohne Licht entgegen.  Immerhin ist das Geknirsche der Reifen rechtzeitig zu hören, um Platz zu machen. Vom Letzten Gespann ist Basti besonders begeistert: Natürlich ohne Licht grummelt er die Passanten an, dass sie keine Leuchtweste trügen und so für ihn nicht zu sehen seien… Aber vielleicht war das ja auch nur ein Traum…Weil mal wieder bestes Wetter und Waihi gar nicht so weit von Waihi Beach entfernt ist, wollen wir dem Strand noch einen Besuch abstatten. Auf dem Weg dorthin halten wir aber nochmal in Downtown Waihi an. An diesem Sonntag ist die Stadt wie ausgestorben. Der Wind pustet einen Grasballen über die Kreuzung, als eine Kutsche langsam die Straße hoch kommt… Klingt wie aus einem Film, ist es auch... In Wirklichkeit sieht's so aus: Der Wind pustet eine leere Cola-Dose über die Kreuzung, als ein Auto langsam die Straße hoch kommt...

Am Ende der Hauptstraße steht als Denkmal eine weitere Erinnerung an die alten Goldminenzeiten. Das alte Pumpenhaus der örtlichen Mine steht als Ruine aber in Szene gesetzt am Rande der aktuellen Tagebau-Mine.

Nachdem wir auch noch einen Blick hinunter in die riesige Grabung der Mine geworfen haben, fahren wir weiter nach Waihi Beach. Hier ist mehr Leben, aber es bleibt recht ruhig. Ein erster Strandspaziergang macht Lust auf mehr und so kleiden wir uns um und stürzen uns in die Fluten. Das Wasser ist deutlich wärmer als vor einer Woche! Dazu kommt herrliche Brandung und wir genießen das Badevergnügen in vollen Zügen. Später gibt's ne Portion Fish & Chips in der mittlerweile schon fast Abendsonne am Strand. Hier ist's schön :-)

Samstag, 26. Januar 2013

Kathedrale am Strand

Obwohl am Abend noch ein paar dicke Wolken aufzogen, scheint morgens wieder zuverlässig die Sonne vom blauen Himmel. Das kommt uns sehr gelegen, und so machen wir uns auf den Weg auf die andere Seite der Coromandel-Halbinsel. Hier wollen wir uns zunächst "Cathedral Cove" ansehen, einen Durchbruch durch den Felsen in ähnlicher Größe wie neulich "Hole in the Rock". Anders als dort, liegt der Durchbruch allerdings an Land - vorausgesetzt man ist zur richtigen Zeit vor Ort, nämlich rund um das Niedrigwasser, die Low Tide. Dank ausgeklügeltem Zeitmanagement schaffen wir das. Allerdings ist der kleine Ausgangsparkplatz schon voll. Macht nichts, die Kiwis haben mitgedacht und ein paar Kilometer vorher auf einer Wiese einen großen Shuttleparkplatz eröffnet und stellen sogar einen Shuttlebus inklusive unterhaltsamen Fahrer bereit. Der Fußweg zur Cathedral Cove führt uns berauf und -ab, bis wir über eine Treppe hinunter zum Strand gelangen. Hola, ist hier was los! Und die Höhle ist wirklich beeindruckend und wie ein Kathedrale ausgehölt. Wir genießen das Treiben und die Sonne eine Weile und machen uns dann wieder auf den Weg. Wieder zurück liefert der Busfahrer mit einem "Viel Spaß in euren Öfen" bei unserem Auto ab.

Nicht allzu viele Kilometer weiter machen wir am "Hot Water Beach" halt. Wer unsere Reisen schon in prähistorischer Zeit verfolgt hat, weiss, dass hier dicht unter der Oberfläche an den richtigen Stellen ganz schön viel Hitze zu finden ist, vorausgesetzt man ist zur richtigen Zeit hier… ihr ahnt es bereits: zwei Stunden vor und zwei Stunden nach Niedrigwasser. Soweit passt alles, und wir beobachten mit in den Sand vergrabenen und damit heißen Füßen mit Freude das rege Treiben, heute scheint hier halb Neuseeland versammelt zu sein. Wie gehabt graben die Badewilligen mit ihren Schaufeln Löcher in den Strand - immer auch im Wettstreit mit den einlaufenden Wellen. Deren Wasser wird im Pool ja benötigt - allerdings bitteschön nicht zu viel, sonst versandet der Pool und die Arbeit muss von vorne beginnen. Also werden feingetunte Brandungsbrecher errichtet. Aber es hilft alles nichts, mit auflaufender Flut dauert es nicht lange, bis die nächste größere Welle kommt und für Aufregung sorgt. Als die Heißwasser-Karenzzeit ein Ende hat, kommen wir auf dem Weg zum Auto noch an einem kleinen Fluss vorbei, der auf dem Weg ins Meer einen großen Pool bildet, und staunen beim Hindurchwaten nicht schlecht, hat das Wasser doch tatsächlich fast Badewannen-Temperatur!

Schließlich fahren wir die letzten Kilometer nach Waihi, wo wir uns für zwei Nächte einquartieren.

Freitag, 25. Januar 2013

Endlich Muscheln

Die Nacht ist nicht ganz so entspannt wie erhofft, denn ein paar Mücken haben den Weg in den Camper gefunden und stellen sich immer dann ganz gewieft tot, wenn wir nach ihnen auf die Suche gehen. Mit ein paar Mückenstichen mehr schaukeln wir gemächlich Richtung Osten mit Ziel Thames am Südende der Coromandel Halbinsel.In der ehemaligen Goldgräberstadt machen wir kurz halt und schlendern die zentrale Straße entlang. Auch hier stehen immer noch ein paar tolle alte Gebäude aus eben jener Pionierzeit. Als wir genug gesehen haben, stoppen wir noch kurz bei Pak'n Save um Lebensmittel zu bunkern. Der Markt bekommt einen Bonuspunkt, weil hier die Sachen einfach wieder im Einkaufwagen landen, statt in dutzende kleine Plastikbeutelchen verstaut zu werden.

Hinter Thames wird die Straße schnell schmal, dafür aber (zumindest für den Beifahrer) wunderschön. Sie schlängelt sich in hunderten Kurven direkt an der Thames Bucht (Firth of Thames) am Fuße der Berge entlang. Hin und wieder passieren wir kleine Dörfer, die wundervoll an den Strand geschmiegt sind und deren größtes Problem ist, dass der Highway (und hier ist richtig Verkehr) quasi durch den Vorgarten führt. Kurz vor Coromandel Town erklimmen wir passenderweise einmal den "Gebirgszug" um nochmal einen tollen Blick auf die Buchten der Gegend zu erhalten.

Coromandel Town ist ein recht kleiner Ort - trotzdem ist richtig was los. Möglicherweise auch, weil uns ein langes Wochenende bevor steht. Nächsten Dienstag ist nämlich Feiertag in "Auckland". Und die Feiertage hier, sollten sie auf das Wochenende oder mitten in die Woche fallen (also Dienstag bis Donnerstag), werden auf den Montag verschoben. So ist halt am Montag Feiertag und diverse Weekenders machen sich aus Auckland auf nach Coromandel.

Kurz vor der Stadt finden wir die Mussel Kitchen. Hier genießen wir fürchterlich leckere Muscheln in der schön warmen Abendsonne. Awesome :-)

Und als wenn das nicht schon schön genug wäre… bisher haben es die Wolken immer geschafft, pünktlich zum Sonnenuntergang den Himmel zu verdecken - nicht so heute! Wir können von "unserem" Strand einen tollen Sonnenuntergang genießen.

Donnerstag, 24. Januar 2013

Ein langer Tag

Auf unserem Weg vom Campingplatz fahren wir direkt am Kauri-Museum vorbei, d.h. wir halten dort an. Trotz des stolzen Eintrittspreises besuchen wir die auführlichen Ausstellungen, die sich um den Holzeinschlags-Boom um die Jahrhundertwende drehen. Unmengen an Fotos dokumentieren, was die Männer damals im Busch geschlagen haben und wie das ganze abtransportiert und verarbeitet wurde. Dazu kommen reichlich Exponate, die verdeutlichen, was für Giganten da damals im Wald standen…Als wir wieder im Auto sitzen, stellen wir erschrocken fest, dass wir offenbar vier Stunden Zeit hier verbracht haben. So langsam wird's Zeit aufzubrechen. Unser Ziel heute liegt hinter Auckland, wir haben also noch etliche Kilometer zu fahren. Vor Auckland machen wir noch einen Abstecher nach Muriwai Beach, wo seit ein paar Jahren auf einem Felsen des Festlandes eine Kolonie Tölpel ihr Zuhause hat.

In Auckland kommen wir in die Ausläufer des Berufsverkehrs, aber alles in allem schwimmen wir auf der Autobahn ganz geschmeidig mit und kommen gut auf der anderen Seite an. Der Weg raus an die Firth of Thames ist mit deutlich mehr Serpentinen ausgestattet als gedacht, und so kommen wir erst halb acht am Campingplatz an. Der ist preislich deutlich der neue Spitzenreiter - insgesamt haben die Preise in den letzen fünf Jahren im Durchschnitt ziemlich genau um 10 Dollar und damit über 30% zugelegt. Auf diesem Platz fühlen wir uns eher wie in Australien, sind wir doch fast die einzigen Durchreise-Camper unter dutzenden von Dauerbewohnern.