Montag, 31. Dezember 2007

Abbaden


Endlich mal früh kommen wir hoch und machen uns auch schon alsbald auf die Wanderung. Als Ziel haben wir die Coquille Bay ausgewählt. Über dicht bewachsene Hänge schlängelt sich der Weg mal bergauf, mal bergab. Zwischendrin gibt der Bewuchs immer mal wieder einen Blick auf die gerade passierte Bucht frei. Dann schlagen wir uns die letzten paar hundert Meter durch urwaldähnliches Dickicht hinunter zur Coquille Bay. Die Bucht wartet mit güldenem Sand und türkisfarbenem Wasser auf. Wir halten die Füße ins Wasser und beschließen vorerst: Das ist uns zu kalt. Nachdem wir aber ein wenig in der Sonne gebraten wurden, konnten wir eine Abkühlung doch ganz gut vertragen. Also marschiert Ina voran ins Wasser, was Basti natürlich nicht auf sich sitzen lassen kann....herrlich, so ein Bad in der Tasman Bay. Irgendwann müssen wir uns aber doch wieder auf den Rückweg begeben. Mittlerweile treffen nun doch immer mehr andere Wanderslustige ein... Also Sachen gepackt, Rucksack geschnürt und den einstündigen Rückweg in praller Sonne angetreten.
Jetzt erwartet uns noch die Weiterfahrt zur Golden Bay. Weiter im Norden gelegen, soll es dort ja auch wunderschön sein. Auf dem Weg dorthin quälen wir unser Auto immer am Rand des Abel Tasman Nationalparks mühsam über den Takaka Hill und biegen dann Richtung Pohara ab. Dort finden wir einen total überfüllten Campingplatz vor. Gut, daß wir ohnehin die Silvesternacht ohne viel Trubel außerhalb verbringen wollen. Also machen wir uns auf die Suche nach einem schönen Stellplatz irgendwo am Wasser. Wie sich herausstellt, sind die Möglichkeiten nicht gerade großzügig gestreut, da überall Camping und Overnight Parking prohibited sind.
Nach einstündiger Suche finden wir ein recht nettes Plätzchen am Bootshafen von Pohara, wo wir unser Silvesteressen (Rumpsteak an Mais, zum Nachtisch Cookies and Cream Eis) in der Abenddämmerung genießen. Um Mitternacht ist fast gar nichts los – drei, vier Feuerwerkskörper werden in Pohara gezündet. Willkommen 2008!

Sonntag, 30. Dezember 2007

Sommer, Sonne, Strand


Weil auf dem Campingplatz zu viel los ist, verschieben wir unser Frühstück auf später. An einer netten Picknic Site an einem kleinen Fluß genießen wir unsere Stärkung. Der nette „Gärtner“, der alles in Schuß hält, empfiehlt uns, zum French Pass zu fahren. Ein Blick auf die Karte macht diese Idee allerdings zunichte – da kommen wir mit unserem Gefährt nicht längs.
In Nelson machen wir kurz Halt und sehen dabei direkt am Ufer sogar einen Rochen. Der schwimmt da ganz einfach so vor unserer Nase rum :-)
Weiter geht’s die Tasman Bay entlang. Der nächste Ort, Kaiteriteri, ist für seine goldenen Sandstrände berühmt. Hier ist etwas überraschend so Einiges los. Der Vergleich mit Falckenstein an einem Sommerwochenende drängt sich auf.
Wir entschließen uns, weiter nach Marahau zu fahren. Hoffentlich ist da am Eingang zum Abel Tasman Nationalpark weniger los. Bei Ankunft sieht es jedoch nicht deutlich anders aus. Auch hier stapeln sich die Autos. Das haben wir uns dann doch ein wenig anders vorgestellt. Egal – wir neben auch hier einen Notplatz auf dem Camping und Caravan Site.
Nach dem diesmal selbst gekochten Abendmahl, nutzen wir die Abendstunden und machen schonmal einen kleinen Nature Walk. Dabei planen wir schon mal die Wanderung für morgen....

Samstag, 29. Dezember 2007

Was ist der Unterschied zwischen Crayfish und Lobster?


Geiles Wetter heute! Der Himmel strahlt in blau – perfekt für unser Whale Watching. Außerdem wollen wir in der Zeit vorher noch die Kaikoura Winery besuchen. Also machen wir uns auf den Weg und erklimmen den Hügel an der Pazifikküste, auf dem das Weingut liegt. Als erstes werden wir zur Verkostung gebeten. Hier dürfen wir uns zunächst an 5 Weinen versuchen, bevor wir zu einer kleinen Tour zu den Reebstöcken und in den im Hügel vergrabenen Keller gebeten werden. Die Führung ist echt nett gemacht und sehr persönlich – wir sind ja auch alle zusammen 3 Personen plus Führung. Als wir zurück kommen, dürfen wir noch die fehlenden drei Weine und den Wein-Creme-Likör probieren. Allesamt sehr lecker! Was war noch mal die Promillegrenze in Neuseeland?
Langsam ist die Zeit für die große Tour des Tages gekommen. Wir fahren zur Whale Watching Station und machen uns bereit. Sonnencreme, Kameras, Akkus, Jacken – alles klar. Wir können starten.....und kommen genau bis zum Check-In. Dort erwartet uns nämlich auf großen Anzeige die böse Überraschung. Alle Touren sind abgesagt. Zu starker Seegang gefährdet die Fahrt. Morgen um 16:00 wäre noch Platz. Wettervorhersage? Sagt nichts. Nach einigem Überlegen entschließen wir uns zur Umbuchung auf den 15. Januar – der Abschluß unserer Reise. Vielleicht hat sich das Wetter in zwei Wochen ja beruhigt.
Also fahren wir weiter, unserer Route folgend Richtung Abel Tasman Nationalpark. Nach ein paar km machen wir bei Nins Bin halt, und gönnen uns statt Wal einen Crayfish. Flußkrebs schmeckt ziemlich genauso wie Hummer – nur die Scheren fehlen.
Hinter Picton biegen wir auf den Queen Charlotte Drive ein. Die Aussicht auf dieser super serpentinigen, schmalen Strecke auf die Sounds ist wirklich königlich! Die Tour endet in Havelock, wo wir den letzten Stellplatz auf dem örtlichen Campingplatz ergattern. Der Empfehlung der Betreiberin folgend, kehren wir im „Mussel Pot“ im Zentrum der Grünschalenmuschel Haupstadt ein. Hier bestellen wir einen Grill-Muschel-Teller und einen Teller mit gedünsteten Muscheln. Sehr lecker!

Freitag, 28. Dezember 2007

Kein Wein heute


Das schöne Wetter hat leider keinen Bestand. Heute ist der prasselnde Regen wieder mal der erste Weckton. Glücklicherweise bleibt's tagsüber trocken.
Als wir beim gestern ausspionierten Weingut ankommen, müssen wir enttäuscht feststellen, daß es hier gar keine Führungen gibt. Nur kostenpflichtige Verkostungen sind möglich. Egal, wir probieren es auf dem im Reiseführer ausdrücklich mit Führung erwähnten Montana Estate mehr oder weniger nebenan. Doch dort ist gar nicht das Besucherzentrum, sondern nur die Werkhalle...für heute haben wir keine Lust mehr auf Wein. Es gibt ja noch die Rücktour.
Weiter geht’s nach Kaikoura. Auf halber Strecke ist in Kekerengu „The Store“. Wir sehen es und erfahren später, daß das eine gewisse Attraktion ist. Dabei handelt es sich um ein Café-Restaurant direkt am Ufer, das wirklich mit Stil eingerichtet ist und eine nette Karte bietet. Hier genießen wir einen Capuccino an der der frischen Luft.
Auf dem Weg nach Kaikoura überrascht uns ein Achtung-Robben-auf-den-nächsten-4km-Schild. Zunächst denken wir noch: Ach was, wahrscheinlich wie mit den Pinguinen – man sieht nur drei mal pro Jahr welche. Aber weit gefehlt. Schon hinter der nächsten Kurve entdecken wir eine ganze Kolonie.
Auf dem Campingplatz in Kaikoura erwartet uns dann eine böse Überraschung. Obwohl wir schon sensationell früh um ca. 16:00 vor Ort sind, ist der einzige freie Platz eigentlich gar keiner. Wir dürfen jedoch sozusagen auf einem freien Stück Weg direkt am Zaun zur Bahn zusammen mit ein paar anderen armen Würstchen unser Domizil aufschlagen.
Dafür klappt die Buchung für das morgige Whale-Watching. Freudig gehen wir ins nächste Restaurant und genießen eine Seafood Marinada.

Donnerstag, 27. Dezember 2007

Willkommen auf der Südinsel


Es ist 6:00 als der Wecker klingelt und wir haben noch 45 Minuten Zeit bis wir zu viert zur Fähre nach Picton aufbrechen müssen. Beim Auslaufen präsentiert sich Wellington nochmal von seiner schönen Seite und wir können die atemberaubenden Gebirgszüge im Sonnenschein bewundern. Kaum aus der Bucht „Wellington Harbour“ ausgelaufen, verspüren wir die kräftige Seebrise – fotografieren bei diesem Wind ist gar nicht mal so einfach. Noch weiter draußen ist die See relativ ruhig, und als wir in die Picton vorgelagerten Marlborough Sounds einlaufen genießen wir noch eine richtige Touri-Sightseeing-Tour.
Picton ist ein sehr nett angelegtes Städtchens und das südpazifische Wetter trägt seinen Teil zu unserer Entspannung bei. Bei Fish & Chips genießen wir den Blick auf die Sounds, das türkisfarbene Wasser und das rege Treiben.
Für morgen planen wir einen Besuch auf einem Weingut, denn 30km weiter liegt das Wairau Valley, die bekannteste Weinregion des Landes. Weil wir heute noch Zeit haben, spähen wir schonmal ein Weingut aus. Nach einem ca. 35km Rundkurs und geschätzten 2 Mio Weingütern, fällt unsere Wahl auf das Forrest Estate. Nach einem Spaziergang durch Blenheim, wo wir heute bleiben, machen wir Feierabend.

Mittwoch, 26. Dezember 2007

Cable Car


Heute fahren wir mit dem Wellington Cable Car zum über der Stadt tronenden Botanischen Garten hinauf. Der Ausblick auf die unten am Wasser liegende Stadt entschädigt für den „mühsamen Aufstieg“. Leider hat das Cafe direkt am Hang mit herrlichem Ausblick noch geschlossen, so müssen wir auf den geplanten Capuccino zunächst verzichten. Gut so, wie sich ein Stunde später herausstellt. Da schlägt das Wetter nämlich schlagartig und ein in Wellington sehr seltenes Gewitter zieht auf. Wir schaffen es gerade noch ins Begonienhaus, bevor der Sturzregen einsetzt. Beim Capuccino und anschließendem Studium des Gewächshauses vertreiben wir uns solange die Zeit, bis wir halbwegs trocken die Strecke zur Innenstadt überbrücken können. Noch ein wenig shoppen, denn in der Innenstadt haben die meisten Geschäfte heute geöffnet.

Dienstag, 25. Dezember 2007

Te Papa


Heute kommt irgendwie niemand in die Hufe, was daran liegen könnte das sich der gestrige Abend doch ganz schön in die Länge zog. Mit dem Frühstück quatschen wir uns natürlich fest und so ist es schon Nachmittag, als wir zum Te Papa Tongarewa, dem Neuseeländischen Nationalmuseum aufbrechen.
Auf dem Weg dorthin kommen wir praktischerweise direkt durch die alte Innenstadt und stellen fest, daß Wellington nach wie vor eine echt schöne Stadt ist. Auch der Civic Square mit der City-to-Sea Bridge lohnen sich. Im Museum reicht die Zeit leider nur für den Besuch zweier Attraktion (Wellingtonier müßte man sein, dann könnte man da viel öfter hin – der Eintritt ist nämlich frei und es gibt unendlich viel zu erforschen). Nicht nur aufgrund der kürzlichen Ereignisse entscheiden wir uns für „Awesome Forces“ und anschließend für die Gastaustellung „Whales Tohora“.
Leider weisen uns die Museumswärter Punkt 18:00 daraufhin, daß nun geschlossen würde :-( Unsere Traurigkeit darüber vertreiben wir uns mit einem Spaziergang zur Oriental Bay, an der noch viel mehr prächtige viktorianische Villen aneinander reihen.

Montag, 24. Dezember 2007

Es weihnachtet sehr


Weihnachten! Wir schauen aus dem Fenster und tatsächlich: Es schneit......nicht. Die Sonne vom Vortag ist aber auch nicht mehr da :-( Also planen wir um und bleiben nicht am Strand. Stattdessen wollen wir zwei, drei Drehorte zum Herrn der Ringe ansteuern. In und um Upper Hut sammeln sich einige davon. Ein kurzer Blick auf die Karte zeigt uns, daß es eine direkte Straße dahin gibt. Die ist sogar in rot und mitteldick gekennzeichnet, was soviel heißt wie Major Road, sealed. Zunächst finden wir den Abzweiger in Waikanae nicht. Das hätte uns eine Warnung sein sollen, aber denken uns nichts dabei. Kaum haben wir die Kreuzung doch gesichtet, haben wir den Ort auch schon verlassen und die Straße verengt sich auf eine Spur. Die Blickweite verringert sich wegen der Kurvensituation entsprechend auf gute 5m. Man gut, daß die Einheimischen sicher sind, daß niemand den Berg hinauf will und schneiden deshalb jede Kurve so gut es geht. 29 km, eine Stunde und diverse Schweißperlen später kommen wir endlich in Upper Hut an. Der Rest der Strecke ist wieder Pille-Palle und so sind wir schon bald beim Drehort für Rivendell. Die Landschaft sieht schon toll aus, schade nur, daß nicht wirklich viel wiederzuerkennen ist. Der zweite Versuch Isengard Gardens schlägt vollkommen fehl – wir finden schlicht nichts. Daraufhin geben wir auf und fahren stattdessen nach Wellington.
Wellington entpuppt sich zunächst als echte Großstadt mit Verkehrschaos, trotzdem finden wir ganz gut durch die Stadt und sind schon bald am Anfang der Marine Drive Tour – einer kleinen Rundreise um die Wellington östlich vorgelagerte Halbinsel. Wir hatten ein klein wenig Hoffnung, an der Breaker Bay Pinguinen zu begegnen. Klappte natürlich nicht. Aber der Ausblick ist echt toll. Die Wellingtonier wohnen richtig schön. Außerdem stellen wir fest, daß die Stadt wirklich nicht umsonst Windy City heißt. Man muß sich schon ordentlich gegen den Wind stemmen, um nicht davon geweht zu werden.
Ein Blick auf die Uhr verrät uns, daß wir so langsam zu Daniel und Tine aufbrechen sollten. Dort verbringen wir einen Heiligen Abend, ganz traditionell. Daniel bereitet bei unserer Ankunft gerade den Truthahn zu, wir helfen beim Rotkohl. Aber bevor es an das feudale Festessen geht, machen wir Bescherung in kurzen Hosen, T-Shirts und Sonnenschein. Auch eine Art Weihnachtsbaum war mit dabei!

Sonntag, 23. Dezember 2007

Noch ein Tag bis Weihnachten


Heute wollen wir in die Nähe von Wellington kommen. Da wir noch nicht wissen, wann wir bei Daniel und Tine aufschlagen sollen, wollen wir uns alle Optionen offen halten. Also führt uns unser Weg weiter an der Westküste entlang gen Süden. Das Wetter spielt endlich mal mit und die Sonne lacht vom großteils blauen Himmel.
Zunächst jedoch machen wir einen Zwischenstopp in Wanganui, das einen überraschend schönen CBD (Central Business District, wie hier das City Center so heißt) hat. So sitzen wir bein einem Capuccino, genießen den Urlaub und sehen dem Weihnachtseinkaufstreiben zu.
Anschließend geht’s weiter Richtung Süden auf Wellington zu. In Foxton biegen wir nochmal zum Strand hin ab. Der ist vergleichsweise voll, im Vergleich mit irgendeinem Strand an Ost- oder Nordsee aber lächerlich leer. Wir halten die Füße ins Wasser, aber zum Baden ist es eindeutig zu kalt.
Am Abend machen wir in Otaki halt und klären unsere Ankunft in Wellington. Bei Daniel und Tine sollen wir erst am Nachmittag aufschlagen. Ok, wir haben also morgen reichlich Zeit :-)

Samstag, 22. Dezember 2007

Adrenalin


Der Wecker klingelt und die Sonne scheint...wo gibt’s denn sowas? Während des Frühstücks entscheiden wir nach einigem hin und her, daß wir wohl oder übel einen Teil unserer Nordinsel-Tour streichen müssen. Der äußerste Westen muß unserer Zeitknappheit weichen. Dort scheinen wir am wenigsten zu verpassen. Stattdessen gewinnen wir einen Tag Zeit, d.h. wir können statt ein paar hundert Kilometer abzureißen lieber etwas unternehmen.
Also schauen wir beim Verlassen des Campingplatzes noch kurz bei der Rezeption vorbei und buchen zwei Plätze im Huka-Falls-Jet-Boat. Das verspricht ne Menge Spaß und Adrenalin. Kaum im Boot Platz genommen, lernen wir, daß unser Fahrer Dave heißt und einen wirklich geilen und trockenen Humor hat (Now I'm going to tell you some interesting facts about this dam here.............well......there it is). Anschließend düsen wir mit ordentlich Speed immer schön eng am Ufer entlang, cm an im Wasser liegenden Baumstämmen vorbei, unter Bäumen hindurch, ..... und zwischendrin immer wieder die kreisende Handbewegung von Dave, die den nächsten three-sixty ankündigt. Natürlich auch immer haarscharf an irgendwelchen Hindernissen vorbei.
Am frühen Nachmittag machen wir uns dann auf nach Wanganui. Auf dem Weg dorthin halten wir zunächst in Turangi. Eigentlich haben wir uns ein kleines nettes Städtchen am anderen Ende des Lake Taupo versprochen, werden jedoch arg enttäuscht. Das war ne glatte 0. Immerhin erwerben wir eine Schale schön roter Erdbeeren käuflich, die wir beim nächsten Scenic Lookout genüßlich verspeisen.
Als Ausgleich für den Turangi-Flopp machen wir dann einen kleinen Abstecher zum Drehort von Herr der Ringe. Nun wissen wir auch, wie der Mount Doom bzw. der Schicksalsberg in Realität aussieht und wie er wirklich heißt :-)
Als wir nach Wanganui kommen, überholen wir noch einen uralten Raddampfer, der so vor sich hin qualmt und im Sonnenuntergang seinem Zielhafen entgegen schippert.

Freitag, 21. Dezember 2007

Art-Deco


Auch heute morgen regnet es wieder heftig, was uns zum Frühstück im Auto verbannt. Als erstes Ziel haben wir uns heute Napier gesetzt. Laut Reiseführer ein sehr niedliches Städtchen, nachdem es nach dem Beben von 1931 neu im Art-Deco-Stil aufgebaut wurde.
Als wir ankommen, scheint zum einen zum ersten Mal seit zwei Tagen wieder die Sonne, zum Anderen hat der Reiseführer mehr als Recht. Die Stadt hat so richtig was. Ein netter Boulevard am Wasser mit einigen Häusern aus der pre-1931 Zeit. Der Rest der Innenstadt wunderschön gepflegt im angesprochenen Art-Deco-Stil. Wir schlendern umher und genießen einen Capuccino an der Ecke in der Nachmittagssonne.
Nebenbei versuchen wir noch eine Tageszeitung zu ergattern. Aber der NZ Herald scheint in Napier ausverkauft zu sein. Nirgendwo ist ein Exemplar aufzutreiben. Kurz vor der Abfahrt wird im Bücherladen gerade die Nachmittagsausgabe vom Hawke's Bay Today ausgelegt....eine davon gehört uns :-)
Irgendwann müssen wir dann ja aber doch weiter und brechen Richung Taupo auf. Unterwegs schlägt Bastis Foto-Instinkt mal wieder an, als er unvermittelt auf einen x-beliebigen Lookout-Point abbiegt.....siehe da, ein toller Wasserfall!
Der Weg nach Taupo ist überraschenderweise sehr einfach und führt hautsächlich über eine große Hochebene – keine Serpentinen – Ina freut sich. Nach einer guten Stunde Fahrt taucht der silbern glänzende Taupo Lake auf. Kurz noch beim Supermarkt rangefahren, dabei noch den fehlenden NZ Herald ergattert und anschließend auf dem heutigen Campingplatz eingebucht.
Heute wollen wir mal richtig im Restaurant essen gehen und brechen alsgleich wieder in die Stadt auf. Dabei stellen wir zunächst fest, daß es offensichtlich nicht Taupo-Style ist, ein Restaurant zu besuchen. Zumindest finden wir auf Anhieb in der Innenstadt nur ein einziges (ein weiteres tut sich beim Rückweg auf...): Waterside. Die Karte ist kurz und bietet nur sieben Hauptgerichte. Wir werden auf die Warteliste gesetzt und freundlich gebeten, noch an der Bar zu warten. Als das Essen dann endlich kommt, hat sich das Warten gelohnt. Angerichtet im ganz großen Stil mundet es auch noch vortrefflich.
Zum Tagesabschluß bekommen wir noch einen Sonnenuntergang der ganz besonderen Art geboten. Der Himmel hinter dem Berg am Lake Taupo scheint zu brennen. Fantastisch.

Donnerstag, 20. Dezember 2007

6,8 auf der Richter-Skala


Was für ein Tag...die Natur spielt heute ganz schön verrückt. Aber der Reihe nach. Der Weckton kommt heute nicht aus dem Handy und außerdem viel zu früh. Irgendwann mitten in der Nacht kommt der große Regen. Es schüttet so richtig und prasselt von den Blättern des Baumes, unter dem wir parken, bombardementgleich aufs Autodach und vor allem auf die Entlüftungsabdeckung, denn die klirrt dabei so richtig.
Irgendwann stehen wir dann wirklich auf und finden sogar die Lücke im Regen, um draußen zu frühstücken. Der Blick zum Horizont offeriert keine deutliche Besserung, also beschließen wir einfach mal los zu fahren. Die Landschaft ist bestimmt ganz toll, aber hinter den Regenschleiern offeriert sie nicht wirklich viel Schönheit – irgendwie sieht alles gleich grau aus.
Je näher wir dem East Cape kommen, desto menschenverlassener wirkt die Gegend. Die Anzahl der leerstehenden oder baufälligen Häuser nimmt immer mehr zu, die Dörfer werden immer kleiner. Und immer noch regenet es. So versuchen wir einfach ein paar Kilometer abzureißen und heute möglichst nah an Napier zu kommen.
Um 17:00 sehen wir zum ersten Mal die Sonne, als wir in Gisborne das Auto parken und zum Schlendern durch die Stadt aufbrechen. Wir sind offensichtlich wieder in der Zivilisation angekommen, und die Stadt macht einen echt süßen Eindruck. Die Promenade ist auf beiden Seiten mit hübschen Häusern bestückt und durchgehend palmenbewachsen. Dazu die Sonne, endlich mal was Schönes. Wir überlegen, ob wir hier einen Campingplatz suchen oder nochmal 90km weiter ziehen. Wir entscheiden uns für Letzteres – und sind drei Stunden später ziemlich froh darüber...
Kleiner Zeitsprung. Es ist kurz vor 21:00. Unser Essen (grünes Hähnchen Curry ala Thai) ist gerade fertig und wir sitzen vor unserem Camper am Picknick-Tisch als plötzlich alles zu schwanken beginnt. Das Schwanken wird zum Schaukeln und uns wird klar: Wir erleben gerade ein Erdbeben.
Nach 30 Sekunden ist alles vorbei. Es ist nichts weiter passiert, wie es scheint. Kurze Zeit später kommt in aller Seelenruhe ein Opa aus der Dusche, guckt aus der Entfernung zu uns herüber und fragt: „You know what that was, do you?“ Klar, das wissen wir. Mittlerweile ist er bei uns angekommen und erzählt, daß es 'ne ganze Menge Neuseeländer gibt, die noch nie ein Erdbeben erlebt haben. Er schätzt, daß es wohl so Stärke fünf gewesen sein wird. Jedenfalls stärker als alles, was er bisher erlebt hat. Später erfahren wir vom Campingplatzbesitzer, der nach dem Rechten sieht, daß im Radio eine gemessene Stärke von 6,8 vermeldet wurde und das Epi-Zentrum vor Gisborne (!) gelegen hat. Gisborne soll wohl nicht ganz unbeschadet davon gekommen sein. Von zerbrochenen Scheiben und beschädigten Häusern wird berichtet.
Mal sehen, wie die Nacht wird...denn eigentlich sind doch Nachbeben zu erwarten, oder? Auf jeden Fall wird morgen die Zeitung gekauft!

Mittwoch, 19. Dezember 2007

Burito-Village


Heute weckt uns mal nicht der Wecker. Stattdessen plattert es herrlich aufs Dach unseres mobilen Heimes. Wetter vom Allerfeinsten. In einer kleinen Pause schaffen wir es dann in die Duschen – bei den Frauen waren wohl noch einige mehr auf die gleiche Idee gekommen, so braucht Ina – frauentypisch ;-) doch recht lange. Bei der Abfahrt müssen wir leider festestellen, daß die Schiebetür unserer Kutsche sich heute noch widerspenstiger zeigt als sonst. Sie läßt sich erst nach 15-20 Versuchen vollständig schließen.
Als erstes machen wir uns auf den Weg zum Buried Village (sprich: Burito ;-). Das liegt ein paar Kilometer die Straße rauf, gleich hinter dem Green Lake, und bereitet die Geschichte des Vulkanausbruchs des Tarawera von 1886 auf. Sehr schön gemacht und super interessant. Im Anschluß kann man dann durch die ehemaligen Ausgrabungsstätten wandern und sich die Stadt so ein wenig vor Augen führen.
Nach der Vergangenheit sehen wir uns noch die Gegenwart an. Unser Interesse richtet sich ganz auf die Kiwis. Heute mal nicht Früchte sondern das süße kleine Federvieh. Von wegen süß, begreifen wir etwas später. Die sind ganz schön groß. Und trotzdem äußerst putzig. Im Kiwi Encounter wird eine Art Aufzuchtunterstützung betrieben. Da nur ca. 5% der in freier Natur schlüpfenden Kiwi Chicks überleben, greifen die Wissenschaftler ein wenig unter die Arme und nehmen sich so ca. 100 Eier pro Jahr an. Lassen sie im Labor fertig ausbrüten, schlüpfen und geschützt einige Woche groß werden, bevor sie wieder an der Ei-Entnahmestelle ausgewildert werden. In künstlicher Nacht können wir dann die drei dauerhaft im Encounter lebenden Kiwis beobachten. Die sind ja soooo süß :-)
Als dritten Bildungspunkt auf der heutigen Karte besuchen wir Whakarewarewa. Was zunächst noch ein Zungenbrecher ist, entpuppt sich in der Wirklichkeit als ein altes Maori-Dorf rund um heiße Quellen. Hier brodelt, dampft uns zischt es aus allen Ecken. Die im Kochwasserpool gegarten Maiskolben schmecken übrigens recht lecker, auch wenn man sich natürlich fragt, was da möglicherweise noch so im Wasser ist....ein paar Meter weiter finden wir zwei Geysire direkt nebeneinander. Der Weg durchs Dorf zeigt, daß einige der Häuser ihren eigenen Thermal-Ofen haben – sehr praktisch, wenn man kein Geld an e.on überweisen muß.
Nachdem uns die Security höflich zum gehen bewegt hat, brechen wir wieder Richtung Norden auf. Die tiefschwarzen Wolken in der Richtung sehen zwar nicht verlockend aus, aber da führt nunmal unsere Route lang. In diesem Moment ahnen wir noch nicht, daß wir unsere Nudeln im freien essen können – und das wieder mal mit Meeresrauschen im Ohr.