Samstag, 7. März 2015

Bergfest an der Algarve

Der Morgen beginnt entgegen der Wettervorhersage wieder regnerisch. Wir verlassen Princetown, um zwei Kilometer weiter zunächst bei den Gibson Steps haltzumachen. Ein prüfender Blick zum Horizont überzeugt uns zu einer Pause innerhalb des Campers. Gut gemacht, gehen doch im Anschluss ordentlich Schauer nieder. In der nächsten Pause machen wir uns auf den Weg und steigen die Treppe, deren Stufen in die senkrecht abfallende Kliffkante "gehauen" sind, ca. 40m hinab zum Strand. Hier ist es zunächst menschenleer und die Sonne fällt wunderbar auf den riesigen Fels, der in Brandung steht.
Genau rechtzeitig zurück am Auto, überdauern wir den nächsten Regen auf der Fahrt zum nächsten Highlight, den Zwölf Aposteln. Wir haben wieder Glück und erwischen eine große Regenpause, sogar mit Sonnenschein :-) Der Blick ist auch bei unserem zweiten Besuch hier grandios.
Wieder nur wenige Kilometer weiter befinden sich der / die / das Loch Ard Gorge, eine Kluft in den Klippen (Gorge) an deren Eingang vor langer, langer Zeit der Klipper "Loch Ard" auf Grund lief und zerschellte. Etwas weiter östlich vom Gorge findet sich gleich noch der "Razorback", ein sehr schmaler Felsen mit rasiermesserscharfem Scheitel. Etwas weiter östlich befindet sich ein Felsen direkt vor den Klippen, um den zur richtigen Jahreszeit jeden Abend tausende von Mutton Birds kreisen. Einen kurzen weiteren Spaziergang kommt man zur "Thunder Cave". In diese ziemlich tief in die Klippen reichende riesige Höhle krachen regelmäßig die Brecher. Ein Blick auf die Uhr zeigt die nötige Weiterfahrt an. Wir kommen durch Port Campbell und folgen der Great Ocean Road weiter. Einige Kilometer später erreichen wir "The Arch", einen hübschen, großen, freistehenden Felsbogen. Auch wenn es nach Wiederholung klingt: Wenige Kilometer später biegen wir auf den Parkplatz an der London Bridge ein. Nach einem kurzen Plausch mit einer Camperin, die uns seit gestern "verfolgt", und die zur selben Zeit wie wir in Adelaide sein will, bewundern wir auch diesen gigantischen Felsklotz, der bis vor 25 Jahren noch mit dem Festland durch einen Brückenbogen verbunden war.
Wir setzen unsere Reise fort, zwischendurch können wir noch einen Blick in die Bay of Islands werfen, bevor wir endgültig die Küste verlassen. Gute 60km später befinden wir uns vor den Toren von Warrnambool und befassen uns mit der Unterbringungsfrage. Unsere Internetrecherche hatte ergeben, dass alle Plätze ausgebucht sind. Trotzdem fahren wir auf gut Glück zum ersten ausgeschilderten Campingplatz. Vor der Tür steht auch noch ein Schild: No Sites. Also nichts zu haben. Egal, wir fragen trotzdem und tatsächlich, nach ein wenig rumgescherze ,erfahren wir, dass tatsächlich noch ein Platz frei ist. Den nehmen wir und freuen uns. Als wir etwas später noch einen Ausflug in die Stadt machen wird auch klar, warum es so eng ist mit den Plätzen. Abgesehen davon, dass Labour-Day-Wochenende ist und viele Aussies zum Campen aufbrechen, finden hier auch noch die Rettungsschwimmerwettkämpfe der Region statt. Der Strand ist voll von Pavillons der verschiedenen Clubs.

Freitag, 6. März 2015

Im Regen im Regen Wald

Der Tag beginnt feucht - und bleibt es auch. Das Frühstück wird deshalb mangels schlechter Erreichbarkeit der Camp-Küche im Auto eingenommen. Wir verlassen den Platz für unsere Verhältnisse recht früh und folgen wieder der Great Ocean Road. Die schlängelt sich wieder herrlich an der Küste entlang. Je nachdem wir dicht der Regen gerade ist, kann man sogar die nächste Bucht erkennen. In Apollo Bay machen wir erstmal halt. Hier kann man den größten Teil der Stadt erbummeln, ohne Nass zu werden. Ein Hoch auf die Verandakonstruktion der hiesigen Geschäfte. Zum Aufwärmen gönnen wir uns erstmal einen Kaffee.
Hinter der kleinen Stadt verlässt die Great Ocean Road die Küste - und damit auch wir. Schon bald geht es auch wieder in bergiges Gelände, wo es uns für Kilometer in den Regenwald verschlägt. Und weil es so passend ist, machen wir hier einen Walk auf dem Maits Rest Rainforest Trail, immer schön zwischen und unter Baumfarnen entlang. Das Blätterdach ist fast überall so dicht, dass wir vom Regen nicht viel mitbekommen.
So ganz ohne Küste wollen wir dann doch nicht auskommen und biegen auf die Stichstraße zum historisch angeblich wertvollsten Leuchtturm Australiens ab. Auf mehr schlechter als rechter Straße holpern wir gen Küste durch Eukalyptuswälder. In einer Kurve ist wohl ein Koala zu sehen, verraten uns die hier haltenden Autos und die mit Kameras in die Bäume zielenden Leute.
Als wir endlich am Leuchtturmparkplatz ankommen, ist vom Turm nichts zu sehen. Nur ein Shop offeriert für teuer Geld Eintrittskarten für ein offenbar großes Gelände, aber mit Guided Tour auf den Turm. Das passt nicht so gut in unsere Pläne und so finden wir einen kurzen Spaziergang zu einem Aussichtspunkt, von wo der Leuchtturm zu sehen ist. Vorausgesetzt man wartet lange genug, bis die Regendichte entsprechend abgenommen hat ;-)
Von hier aus geht's wieder zurück zur Hauptstrecke (der Koala sitzt immer noch in der gleichen Kurve, trinkt aber diesmal aus einer Pfütze) und diese entlang bis nach Princetown. Das Wort town darin ist allerdings ordentlich geprahlt, Fresendelf ist dagegen schon fast Metropole. Aber: Hier ist ein Campingplatz und es sind nur noch wenige Kilometer bis zum Highlight einer jeden Great Ocean Road Tour, den 12 Aposteln.
Den Campingplatz kennen wir schon von vor vier Jahren und sind ordentlich erstaunt darüber, wie voll dieser abgelegene Platz doch ist. Ein Blick ins Internet offenbart uns einen kleinen Albtraum: Es ist Labour-Day-Wochenende. Da die Feiertage hier grundsätzlich auf den Montag fallen, ist über das dadurch verlängerte Wochenende ganz Australien unterwegs. Wir checken daraufhin gleich mal die nächsten zwei, drei anvisierten Campingplätze. Oh je, da kommt noch etwas Arbeit und Nervenaufwand auf uns zu...

Donnerstag, 5. März 2015

Koala-Time

Der Tag beginnt heute herbstlich. Es stürmt, ist arschkalt und permanent wechselt das Wetter zwischen strahlender Sonne und Regen. Da wir auf unserem heutigen Campingplatz erst um 11 Uhr auschecken müssen, wollten wir eigentlich gaaanz gemütlich frühstücken. Das Wetter macht uns einen Strich durch die Rechnung.
Gut gelaunt verlassen wir Anglesea und sagen von einem schönen Lookout Ciao! Unser nächster Halt führt uns zum Split Point, wo sich ein Leuchtturm auf den Klippen gemeinsam mit uns in den Sturm stemmt. Den etwas hektischen Kaffeegenuss am Morgen holen wir in einem Café in windgeschützter Lage nach.
Wenige Kilometer weiter startet der originale Abschnitt der Great Ocean Road, auf der wir seit gestern unterwegs sind. Markiert wird der Beginn durch ein Denkmal und einen die Straße überspannenden aus Holz gezimmerten Torbogen. Wir wundern uns mal wieder über andere Touristen, die für ihre Selbstinszenierungsfotos durchaus auch auf Denkmäler steigen.
Die Straße ist hier direkt in die Klippen gehauen und so bringen viele der unzähligen Kurven tolle Ausblicke auf das Meer, das in der mittlerweile durchgehend scheinenden Sonne herrlich türkis leuchtet. Dazu kommt die starke Brandung mit der weißen Gischt.
In Lorne biegen wir zunächst zu Teddys Lookout ab, der aus luftiger Höhe über die westlich von Lorne wartende Bucht schaut. Und da geschieht es. Vollkommen unerwartet sitzt ein paar Meter weiter ein Koala auf einem Wanderpfad und schaut uns direkt in die Augen. Offenbar erscheinen wir ihm harmlos genug, setzt er doch seinen Weg fort, um auf unserer Seite des Pfades auf einen Eukalyptusbaum zu klettern. Dort angekommen, nimmt er bequem in einer Astgabel Platz und verdrückt ein Blatt nach dem anderen. Irgendwann reißen wir uns von dem kuscheligen Gesellen fort und fahren in die hinter Lorne liegenden Berge. Hier steigen wir zu den Erskine Falls hinab, die sich hier über dutzende Meter in den Regenwald stürzen.
In Lorne machen wir einen kleinen Spaziergang an der Waterfront entlang. Am Ende der Stadtbucht liegt das uralte Badehotel vom Anfang des letzten Jahrhunderts des vorigen Jahrtausends ;-) Zu dessen Füßen führt eine lange Pier weit ins Wasser hinaus. Aber eigentlich wollten wir hier vielleicht Crayfish (Languste) im Hafenrestaurant genießen. Bei 89 Dollar für einen halben Crayfish bleibt es aber beim vielleicht und wir fahren weiter. Die Great Ocean Road wird hinter Lorne so richtig kurvig. Dazu geht es permanent bergauf und bergab. Dazu ist die Straße ausgesprochen wellig und so ist die Fahrt ordentlich anstrengend. Gut, dass schon bald unser heutiges Ziel Kennett River erreicht ist. Der Ort ist wohl bekannt für erfolgreiche Koala-Sichtungen, und tatsächlich sitzen einige Koalas verteilt über die Bäume des Parks.
Wirklich unschön ist, dass eine Horde Touristen, angeführt von ihrem Guide von "Wildlife Tours Australia", lauthals über den Campingplatz tobt, immer hinter dem nächsten Koala hinterher. Die Bande schreckt auch nicht davor zurück, zu einem ihrer armen Opfer auf den Baum zu klettern. Irgendwie stellen wir uns sowohl einen Guide einer entsprechend benannten Reiseagentur, als auch deren Gäste, anders vor...

Mittwoch, 4. März 2015

Ab auf die Great Ocean Road

Wir verlassen Queenscliff und fahren weiter ostwärts. Der nächste Ort nennt sich Point Lonsdale und ist ebenfalls ein Urlauberort - aber es ist kein Stück verschlafen. Am Point von Lonsdale thront ein Leuchtturm und wir haben einen tollen Ausblick auf die Zufahrt zum Port Phillip. Kaum haben wir das hereinkommende Lotsenboot entdeckt, kommt auch schon ein Kreuzfahrer um die Ecke: Die Holland America Line.
Unser Weg an der Küste entlang führt uns nun durch Ocean Grove, das sich hinter den Dünen zur Bass Straight erstreckt. Außer Unmengen an Ferienhäusern entdecken wir aber nichts Spannendes und fahren weiter nach Barwon Heads. Hier mündet der Barwon River in die See, bildet aber vorher noch eine malerische kleine Lagune. Hier findet sich der kleine Ortskern, der uns zu einem ersten Kaffee überreden will. Wir widerstehen und genießen stattdessen die Aussicht von dem kleinen Wanderpfad, der auf den am Ortsausgang befindlichen Klippen eingerichtet ist.
Von hier führt uns der Weg nach Torquay, dem Tor zur Great Ocean Road, das sich als ernsthaftes kleines Küstenstädtchen erweist. Der etwas ungemütliche CBD mit Supermarkt, Banken, etc. versteckt sich hinter der dem Wasser zugewandten Promenade. Hier entdecken wir verschiedenste einladende Lokalitäten. Da gerade Mittagszeit ist, herrscht hier einladendes Treiben, dem wir uns nicht entziehen können.
Frisch gestärkt verlassen wir die Stadt, um weiter zu fahren. Ein weiterer Abstecher führt uns nach Bells Beach, der bei Surfern begehrt und berühmt ist und wohl den Spitznamen Hells Beach trägt. Hier wurden die Surfszenen für den Kinohit "Gefährliche Brandung" mit Patrick Swayze und Keanu Reeves gedreht. Tatsächlich ist trotz nicht allzu aufregender Brandung ganz schön Action im Wasser.
Der letzte Abstecher des Tages bringt uns zum Point Addis. Hier erkunden wir einen Aboriginal Cultural Walking Trail, der durch den Küstenwald zu einem Aussichtpunkt führt, der uns einen tollen Ausblick auf die langgestreckte Bucht unter uns gewährt. Auch am Point, also der Landspitze selbst, liegt eine Aussichtsplattform. Von hier erblicken wir bereits unser heutiges Tagesziel, das nur wenige Kilometer weiter, am Ende des westlich gelegenen Strandes in Anglesea auf uns wartet.
Der Campingplatz ist übrigens der Wahnsinn! Er liegt direkt am Strand, an der Stelle, wo der kleine Anglesea River ins Meer plätschert. Nach dem Einparken hören wir die nur wenige Meter entfernte Brandung :-) Kaum haben wir uns zum Abendbrot in die Abendsonne gesetzt, bekommen wir auch schon Besuch von ein paar hübschen Gelbhaubenkakadus, einem Pärchen Pennantsittiche und anschließend einer Truppe Enten.

Dienstag, 3. März 2015

Halb um die Bucht

Wir verlassen Melbourne Richtung Westen. Auf dem Weg aus der Stadt schlängeln wir uns zunächst durch dichtes Industrie- und Gewerbegebiet. Dabei kommen wir auch an riesigen Container-Lagern vorbei, bis in den Himmel stapeln sich hier die Container. Eingeklemmt zwischen großen Sattelschleppern erreichen wir den Freeway, der Anfangs vierspurig ausgebaut, etwas später auf gemütlichen drei Spuren auskommt. Interessanterweise sind hier die Sattelschlepper die Tempomacher.
Richtig gemütlich ist das Reisen auf diesem Wege nicht, und so sind wir froh, als wir bei Werribee endlich auf einen normalen Highway abbiegen können. Zunächst fahren wir an die Küste bei Werribee South und anschließend zum Werribee Mansion. Das alte, riesige Herrenhaus liegt mitten in einem mittlerweile als Erholungspark zugänglichen Gelände.
Unsere Reise geht weiter und führt uns durch Geelong nach Queenscliff, das am Ende der westlichen Landzunge liegt, die die riesige Melbourner Bucht - Port Phillip - umfasst. In Steinwurfweite sind wir hier neulich Nacht durchgeschippert. Wir finden einen Campingplatz direkt am Wasser - herrlich. Queenscliff ist anscheinend ein finanziell sehr gut ausgestattetes Feriendorf in wunderbarer Lage, umgeben von Wasser. Hier ist es richtig gemütlich, eben genau das Richtige nach der vergleichsweise stressigen Großstadt. Die kann man heute in ca. 57km am Horizont immer noch erkennen!

Montag, 2. März 2015

Großstadtfieber

Von der gestern bei der Abfahrt bereits eingehandelten Verspätung konnte der Kapitän nichts aufholen, was uns aber ganz recht ist. So kommen wir erst kurz nach 7 Uhr am Morgen in Melbourne an, und der Wecker darf uns noch ein Stündchen länger schlummern lassen. Obwohl die Überfahrt glücklicherweise nicht ihr berüchtigtes super-raue-See-Gesicht gezeigt hat, fühlen wir uns wie erschlagen, als wir an die frische Luft kommen und die Skyline von Melbourne in der Morgendämmerung bewundern können.
Den Sonnenaufgang verleben wir unter Deck mit dem Warten auf das Ausschiffen. Das zieht sich auch lange hin. Als wir von Bord sind, erklärt sich auch wieso. Zunächst muss die Hälfte der Fahrzeuge zu einer erneuten Gasflaschenkontrolle (anscheinend alle, die bei Abfahrt lose Flaschen deklarieren mussten). Außerdem ergießt sich die Fahrzeugmenge direkt auf eine ohnehin im Berufsverkehr hoffnungslos überlastete Straße.
Wir fliehen erstmal am Ufer und später am Strand entlang nach St. Kilda, wo wir kurz durchschnaufen, den herrlichen Stadtstrand bewundern und den weiteren Plan festlegen. Kurzum, wir machen uns trotz der frühen Stunde direkt auf den Weg zum Campingplatz unserer Wahl - der ist zwar quer durch die Stadt, aber dank Navi im Handy letztlich um den Faktor 10 weniger stressig als die Suche damals, vor vier Jahren. Wir kommen lange vor der Checkout-Zeit an, können aber direkt einchecken. Ein Einweiser leitet uns zu unserem Stellplatz, der hier so groß ist, dass man locker mit zwei Supertrailern einparken könnte.
Nach dem dringend notwendigen Frühstück kehrt das Leben zurück und wir fühlen uns in der Lage, die Stadt zu erobern. Nach einem ordentlichen Fußmarsch erreichen wir die Metro-Station, wo es heißt, die Tickets zu kaufen. Das ist hier nicht soo einfach, muss doch zunächst eine Chipkarte (myki) erworben werden, die dann mit genügend Geld aufgeladen für die tatsächlichen Fahrten als Ticket dient. Das Fahrkartenterminal konkurriert im Bereich Verwirrung ganz locker mit den Terminals der Deutschen Bahn. Nach Anwahl des Menüpunktes "myki kaufen" folgen nur Optionen zum Aufladen. Nach Einigem hin und her begreifen wir, dass aufladen in diesem Falle kaufen-und-aufladen heißt.
20 Minuten später steigen wir in der Flinders Street aus und beginnen unsere Tour mit einem Besuch der Docklands, dem ehemaligen Werftgelände, das jetzt in ein modernes Geschäftsviertel mit Gastronomie verwandelt wird. Weiter geht es mit der kostenlosen City Circle Tram (die immer im Kreis um den Stadtkern kreist) zu den Carlton Gardens mit seinem alten und schönen Royal Exhibition Building. Von hier aus spazieren wir zum Parliament House, bewundern das alte Theater und besuchen China Town. Das wirkt so am Tage aber wenig aufregend. Das gleiche gilt auch für den griechischen Bezirk in der nächsten Parallelstraße. Wir erkunden die Innenstadt noch ein wenig und setzen uns am späten Nachmittag in ein kleines Restaurant - der Hunger rief.
Nach dieser Stärkung geht es zurück zur Bahnstation, bzw. zum direkt gegenüber in der schönen Frühabendsonne liegenden Federation Square. Wir überqueren den Yarra River und spazieren an dessen Ufer entlang zum Eureka Tower, der in der 88. Etage eine wunderbare Aussichtsplattform bietet. Wir genießen den abschließenden Blick über die Stadt, bevor es wieder zurück zu unserem mobilen Hotelzimmer geht.

Sonntag, 1. März 2015

Spirit of Tasmania

Nach dem Aufstehen aktivieren wir heute Plan B (zur Erinnerung: nach Plan A wären wir heute gar nicht hier, sondern wären irgendwo in der Gegend der Seen entlang des Lake Highway). Wir wollen mit dem Schiff eine ausgedehnte Fahrt durch das Tamar Valley machen. Also fahren wir zur Ablegestelle im relativ neuen Seaport. Aber wir haben ein bißchen eine Pechsträhne. Unsere gewünschte und auf allen Flyern sowie im Internet aufgeführte Tour fällt heute aus, da sie durch eine andere früher startende und länger dauernde ersetzt wurde. Also erstellen wir Plan C: Statt gemütlicher Bootstour sportliches Wandern im Cataract Gorge. Zunächst zum Sentinel Lookout, und weil es solchen Spaß macht, marschieren wir weiter zur alten Duck Reach Power Station. Nach unserer Trainingseinheit schaukeln wir gen Devonport, wo abends um 21 Uhr unsere Fähre nach Melbourne ablegt. Auf halber Strecke entdecken wir eine Raspberry Farm, die ihre leckeren Himbeeren auch in wundervolles Eis verwandelt anbietet. Wir können nicht widerstehen und genießen bei herrlichem Wetter und einem Spaziergang um den Farmsee.
Später am Nachmittag erreichen wir Devonport, das direkt am Meer liegt, aber städtisch gesehen keine Idylle bietet. Alle Geschäfte haben zu, und so ist der Stadtkern vollkommen verwaist. Am Hafen ist heute offensichtlich Dorffest, aber wir bekommen nur noch die letzten beiden Teilnehmer des großen wer-fällt-einen-Baum-am-schnellsten-und-mit-den-wenigsten-Axthieben-Wettbewerbs. Die finale Rangliste wird nur so ins Mikro genuschelt und verliert sich im geschäftigen Abbau.
Da wir immer noch Zeit haben, machen wir uns auf die Suche nach einem schönen Plätzchen fürs Abendbrot. Das finden wir gleich um die Mündung herum auf dem Leuchtturm-Hügel. So genießen wir unser Abendmahl in der Abendsonne, während wir die einlaufende "Spirit of Tasmania" beobachten.
Langsam wird es Zeit und wir fahren auf die gegenüberliegende Seite des Flusses zum Fährhafen. Der Checkin geht wie geschmiert. Offensichtlich werden die anfahrenden Autos rechtzeitig automatisch anhand des Nummernschildes identifiziert und die Bordkarten und Zimmerkarten dem "Beamten" passend auf den Tisch gedruckt. Danach muss jedes Fahrzeug durch die Security, die sich die Gasflaschen und den Innenraum zeigen lässt. Anschließend heißt es wieder warten. Unglaublich, dass all die anderen auch auf das Schiff passen sollen... Das Ausladen dauert ganz schön lange. Als das Beladen endlich beginnt kommt ein "Drama" nach dem anderen: Zunächst springt der Wagen in der Reihe neben uns nicht mehr an - Batterie lehr. Sofort springen ein paar Wartende helfend zur Seite. Kaum hat einer die Überbrückungskabel in der Hand, versucht der nächste in die leere Reihe hineinzuwenden. Allerdings werden die Helfer von offizieller Seite sofort zurück in Reih' und Glied beordert - das Servicefahrzeug mit externen Überbrückungsanschlüssen kommt schon. Kaum ist das Problem gelöst, hat die nächste Reihe ein Problem. Auch hier springt ein Auto nicht an. Diesmal ist es aber ganz offensichtlich nicht die Batterie - der Fahrer lässt den Anlasser kurbeln, bis er glüht.
Irgendwann sind auch wir an Bord und können unsere Kabine in Beschlag nehmen. Unsere Inspektion des Schiffes ergibt ein der Stena Line ähnliches Bild. Nur der Seegang in der Bass Straight ist ganz offenbar deutlich größer als auf der Ostsee. Selbst auf dem 11. und damit obersten und immer noch überdachten und verglasten "Außendeck" finden sich ansehnliche Salzwasserflecken auf dem ausgelegten Teppich. Mit einer guten Stunde Verspätung stechen wir um 22 Uhr in See.

Samstag, 28. Februar 2015

Weit herumgekommen

Mit vielversprechenden blauen Flecken am Himmel beginnt unser Tag. Während links und rechts neben uns die Koffer für die Abreise gepackt werden, packen wir nur unsere sieben Sachen für eine "Überführungstour". Gerade noch rechtzeitig haben wir herausbekommen, dass die ursprünglich geplante Route nach Devonport (von wo aus uns die Fähre am Sonntag nach Melbourne bringen soll) über den Lakes Highway für uns gar nicht passierbar ist. Ausgerechnet in dem wohl spannendsten Abschnitt an den vielen und zum Teil großen Seen im Zentrum von Tasmanien besteht der Highway nämlich nur aus unbefestigter Straße. Und das auch noch in einer Länge, die wir mit unserem Wagen definitiv nicht fahren dürfen. Daher planen wir vollständig um und befahren heute den Heritage Highway, der uns etwas weiter östlich nach Norden führt. Nach etwas Überlegung wählen wir dabei nicht den Teilabschnitt über Bagdad.
Zunächst passieren wir bei Bridgewater eine Bridge über das Water des Derwent River. Bei näherer Betrachtung ist die Brücke ganz interessant, kann doch ein kleiner Teil für die Durchfahrt von größeren Schiffen senkrecht nach oben gefahren werden.
Wir fahren weiter nach Oatlands. Als wir ankommen, haben sich die blauen Flecken am Himmel schon längst in Regen verwandelt. Das Städtchen bietet etliche hübsche richtig alte Häuschen, die aber wenig romantisch an der extrem breiten asphaltierten Straße liegen. Nach einem kleinen Ausflug zu einer hübschen alten Windmühle, gönnen wir uns einen Kaffee in einer richtig süß eingerichteten Bakery.
Als wir weiter fahren, nehmen Regen und Wind weiter zu, so dass Basti am Steuer richtig arbeiten muss. Am frühen Nachmittag erreichen wir Ross, dass noch mehr, noch besser erhaltene Häuser von Annodazumal aufweist. Noch dazu ist die Straße hier eine Allee mit herrlich großen, alten Bäumen. Wir finden diverse Antiquitätenläden und Bakeries vor. In der weltberühmten Bakery 31 (wer kennt sie nicht) kehren wir ein und vernaschen einen deliziösen Vanilla Slice.
Nur wenige Kilometer weiter liegt bereits Perth. Natürlich nicht das Perth im Westen von Festland-Australien, deshalb fahren wir auch gleich weiter, um in Launceston auf dem bereits bekannten Campingplatz einzuchecken.

Freitag, 27. Februar 2015

Knapp unter den Wolken

Irgendwie wirkt der Campingplatz heute wie ausgestorben. Den Trend wollen wir nicht verpassen und schließen uns an. Gemütlich schunkeln wir zurück nach Hobart, wo wir um 13:00 Uhr bei Tasmanian Air Adventures erwartet werden - schließlich wollen wir heute unseren zur Hochzeit geschenkten Rundflug machen. Durchaus aufgeregt checken wir pünktlich ein und erhalten unsere ganz persönliche Sicherheitseinweisung draußen auf der Straße. Einige Minuten später signalisiert Ben vom Wasserflugzeug her, dass er und unsere Maschine bereit sind.
Zunächst stellt uns Ben unseren fliegenden Untersatz vor. Wir fliegen in einer 50 Jahre alten DeHavilland Beaver. Trotz des Alters ist die Beaver wohl immer noch eines der besten und zuverlässigsten Wasserflugzeuge überhaupt. Ungefähr 1.600 Maschinen wurden gebaut, und man munkelt, dass immer noch 1.800 fliegen ;-) Kurze Zeit später haben wir unsere Kopfhörer mit Geräuschunterdrückung auf (ohne würde auch gar nicht gehen, schon ein kurzes Test-Lupfen lässt einem die Ohren wegfliegen) und starten im Hafen von Hobart. Während unseres Fluges erzählt uns Ben alles mögliche Interessante und die Zeit vergeht wie im Fluge. Wir schweben in Port Arthur ein und landen dort, wo wir gestern noch unsere Bootstour machten. Ben ergänzt unser Wissen um die Historie von Port Arthur noch ein gutes Stück und wir starten wieder.
Unser Weg zurück führt uns um das Cape Raoul herum. Wir haben heute unglaublich wenig Wind und auch der Ozean ist fast wie glatt gebügelt. Um das Cape herum fliegt Ben einige echt enge Kurven - erstaunlich, wie wendig der Flieger ist! Weiter führt uns die Route dann den Schifffahrtsweg entlang zurück nach Hobart. Wir drehen im Anflug noch eine elegante Schleife und mutieren kurze Zeit später zum Motorboot - unsere Flugzeit ist leider schon abgelaufen, aber erinnern werden wir uns daran noch ewig :-)
Im Grunde sind wir nach dem Abenteuer völlig von den Socken und zu nichts mehr richtig im Stande, runden deshalb den Nachmittag direkt an der Pier mit den weltbesten tasmanischen Fish & Chips sowie einem Eis ab.

Donnerstag, 26. Februar 2015

Unter Schwerverbrechern

Der Morgen beginnt zwar stark bewölkt, aber schon bald kommt die Sonne durch und wir haben wieder schönstes Wetter. Wir fahren nur eine kleine Ecke weiter, um zur Port Arthur Heritage Site zu gelangen. Da ja jeder die australische Geschichte aus dem Eff-Eff kennt, müssen wir ja nicht erklären, dass Port Arthur zwischen 1830 und 1877 eine der Strafanstalten war, wohin die in England zur Verschiffung nach Australien Verurteilten und während ihrer Strafe erneut auffällig Gewordenen verbracht wurden. Das Gelände wurde und wird aufwendig restauriert und ist heute als Freilichtmuseum zu besuchen. Zum Eintritt gehört eine Bootstour durch die Bucht, an der die Convict Station lag. Die Tour absolvieren wir bei schönstem Wetter. Auch der Start der geführten Rundtour beginnt mit Sonnenhutbedarf. Doch während der Tour zieht sich der Himmel zu und kaum ist unser Guide fertig mit den Ausführungen, wird’s feucht von oben. Wir sind vom Wetterumschwung überrascht und daher schlecht ausgestattet. Daher versuchen wir die Freiluftaufenthalte auf möglichst trockene Perioden zu legen.
Auch wenn wir uns aufgrund des Wetters gefühlt zu wenig Zeit nehmen, ist es bereits 16:30, als wir das Gelände wieder verlassen. Wir beschließen, zur Abrundung des Tages noch zum Palmers Lookout zu fahren - der allerdings geschlossen ist. Etwas weiter den Weg abwärts liegt die Remarkable Cave. Auf dem Parkplatz müssen wir uns erstmal in Fleece und Windjacke hüllen, so stark und kühl weht es hier vom Ozean herein. Die Cave liegt in einer tiefen Kluft und ist ein Durchbruch zur offenen See. Wenn man im richtigen Winkel durch diese Öffnung sieht, erkennt man den Umriss von Tasmanien!

Mittwoch, 25. Februar 2015

Buchten und Halbinseln

Aus irgendeinem Grunde beginnt der Tag bei allen anderen Campern außerordentlich hektisch oder zumindest geschäftig. Während sonst bis 10 Uhr am Morgen fast nichts los ist, fahren uns schon kurz vor 9 Uhr die Camper nur so um die Ohren. Sicherheitshalber prüfen wir nochmal die Checkout-Zeit. Nö, wie immer 10 Uhr - na dann...
Mit einem kleinen Abstecher runter zur Jetty von Coles Bay verabschieden wir uns aus dem Freycinet Nationalpark und fahren weiter nach Süden. Auf dem Weg überblicken wir die Great Oyster Bay, bevor wir nach Swansea gelangen. Das Örtchen ist, wie es sich für einen Urlauberort gehört, sehr schön gelegen und wartet auch tatsächlich mit dem entsprechenden Zubehör, wie Café, Shops und Museum auf.
Die Straße schlängelt sich immer weiter und erst nach langer Zeit gelangen wir nach Orford, das am Ende der Prosser Bay mit langen, hellen Stränden liegt. Wir stärken uns, bevor es weiter geht. Eine Stunde später erreichen wir Sorell, das wie schon am Ankunftstag total schön und entspannt daliegt. Zurück in der Zivilisation füllen wir unsere Nahrungsmittelreserven auf und nutzen den kurzen Moment der vorhandenen mobilen Datenabdeckung, um ein paar wichtige Dinge zu checken. Dabei fällt uns auf, dass wir hiermit im Grunde Tasmanien einmal umrundet haben.
Aber das war es ja noch lange nicht, denn wir fahren weiter südwärts, um am Abend die Gegend um Port Arthur zu erreichen. Unser Weg führt uns durch gleich zwei Halbinseln, die durch zahlreiche Buchten zerklüftet sind. Zunächst durchqueren wir die Forestier Peninsula. Dort, wo sich diese Halbinsel und die Tasman Peninsula treffen, liegt die Pirates Bay, wo es Einiges zu entdecken gibt. Neben dem großartigen Ausblick auf die Bucht lässt sich auch der Tesselated Pavement erkunden. Was nach Grafikkarte klingt, ist aber doch eine interessante Form der Erosion des Küstengesteins, das dadurch den Eindruck erweckt, Mutter Natur hätte hier das Pflastern gelernt. Auf der der anderen Seite der Bucht finden wir das Tasman Blowhole, den Tasman Arch und Devils Kitchen.
Rechtzeitig zum Ende der Öffnungszeit checken wir an unserem heutigen Ziel ein. Nach Essen und Spaziergang besucht uns überraschenderweise ein kleines Känguru. Später, als es dämmert kommen noch weitere Kollegen vorsichtig aus dem Unterholz und freuen sich darüber, dass wir im Camper verschwinden und ihnen die Wiese überlassen.

Dienstag, 24. Februar 2015

Weinglas

Den Sturm der letzten Nacht haben wir problemlos überstanden, wenn es auch ordentlich abgekühlt ist. Wir folgen der Küste weiter Richtung Süden und durchqueren die nächsten Urlauberorte: Beaumaris und Scamander. Vorübergehend hatten wir überlegt, statt vorm Camper in einem der beiden Orte mit Blick auf's Meer unser Frühstück in einem Café einzunehmen. Gut, dass wir den Plan rechtzeitig verworfen haben - hier gibt es außer Unterkünften nichts, auch kein Café.
Die Straße verläuft immer schön dicht an der Küste und je weiter wir kommen, desto mehr reißt auch der Himmel auf. Nach gut einer Stunde erreichen wir Bicheno, das malerisch auf einer kleinen Landzunge liegt. Die Sonne scheint, es ist warm und das Wasser sieht einfach himmlisch aus - hier ist's richtig schön. Mit Blick über die windgeschützte Bucht genießen erst einmal einen Kaffee.
Wir wollen ja aber noch weiter und brechen wieder auf. Kurz hinter Bicheno verlässt der Highway, der hier in der Gegend "Great Eastern Drive" heißt, die Küste, und wir kurz darauf den Highway. Auf einer kleineren Straße gelangen wir nach Coles Bay, das direkt am Freycinet Nationalpark liegt, der sich über eine langgezogene Halbinsel erstreckt.
Als erstes wandern wir zum Aussichtspunkt über die Wineglass Bay. Der Aufstieg ist durchaus anstrengend, aber oben angekommen werden wir mehr als ausgleichend belohnt. Unter uns breitet sich die Wineglass Bay in ihrer perfekten Rundung aus. Gleichzeitig ist die Küste auf der gegenüber liegenden Seite der Halbinsel zu sehen. Ein Wahnsinnsausblick! Auch der Rückweg hält noch eine Attraktion bereit, auf die wir lautstark mit leichter Panik in der Stimme aufmerksam gemacht werden: Eine Schlange, eine Schlange! Stimmt, die kriecht da überraschend nah am ununterbrochen bevölkerten Weg entlang. Die Arme wünscht sich offensichtlich nichts mehr, als schnellstmöglich von den kreischenden Massen fort zu kommen.
Der Nationalpark hält aber noch viel mehr Attraktionen bereit, von denen wir noch drei In Augenschein nehmen. Zunächst machen wir Halt an der Honeymoon Bay, die windgeschützt und eingefasst in tolle Felsformationen auf ihre Besucher wartet. Nachdem wir uns sattgesehen haben, fahren wir wieder ein kleines Stück, um dann zur Sleepy Bay zu wandern. Auf dem Weg pustet uns der Wind ganz schön kalt ins Gesicht, aber angekommen in der Bay ist es wieder wunderbar warm. Hier in der Bay liegen riesige abgerundete Felsbrocken, teilweise mit freundlicher Unterstützung von ein paar Algen farblich aufgewertet. Dazu noch das herrlich gefärbte Wasser - müssen wir noch mehr erzählen? Als die Sonne sich langsam dem Horizont annähert, quälen wir unseren Camper nochmal einen Berg zum Cape Tourville hinauf, um dann selbst auf dessen Spitze einen Spaziergang um den hier gelegenen Leuchtturm zu machen. Schon wieder genießen wir eine tolle Aussicht und fragen uns, seit wieviel Tagen wir denn schon hier in diesem Nationalpark unterwegs sind?

Montag, 23. Februar 2015

In der Provence

Das Wetter kann sich am Morgen nicht so richtig entscheiden. Sonne, Wolken, Regen? Alles darf es sein. Glücklicherweise vom Regen her so wenig, dass das Frühstück ohne Probleme draußen stattfinden kann. Unser Weg führt uns heute weiter Richtung Osten letztlich bis an die Ostküste.
Auf der Strecke dorthin machen wir zunächst einen kleinen Abstecher nach Bridestow. Hier gibt es ausgedehnte Lavendel-Pflanzungen, fast so wie in Frankreich. Solch blühende Felder wollen wir uns nicht entgehen lassen, auch wenn wir vermuten, dass die Blüte inzwischen vorbei ist. Leider ist dem auch so, also müssen wir die Phantasie anstrengen. Wir statten natürlich dem Shop einen Besuch ab. Hier kann alles mit Lavendel zu "erschwinglichen" Preisen erworben werden. Viel interessanter ist allerdings, dass die Quote von asiatischen Besuchern von Bridestow locker über 90% liegt. Warum sind die theoretisch zu bestaunenden Felder so dermaßen anziehend?
Wir schlängeln uns immer weiter Richtung Osten. Zunächst durchqueren wir nur leicht hügeliges, landwirtschaftlich genutztes Gelände, das relativ schnell in bergiges und bewaldetes Gebiet übergeht. Irgendwann gelangen wir wieder mal in einen Abschnitt Regenwald, in dem wir zu einem kleinen Walk aufbrechen. Wir spazieren zwischen riesigen Baumfarnen und noch viel größeren Myrtle-Bäumen umher. Die Stämme der Farne sind über und über mit Moos bewachsen. Alles in allem sieht es ziemlich verwunschen aus.
Wir schlängeln uns weiter durch die Landschaft, bis wir am frühen Nachmittag St. Helens erreichen. Das Städtchen ist voll auf Urlauber ausgelegt und bietet alles, was diese so brauchen: Unterkünfte und Anglerzubehör. Es gibt auch eine Bakery, die aber dem Titel nicht wirklich gerecht wird. Einige Kilometer an der östlichen Seite der Georges Bay hinauf, gelangen wir zum St. Helens Point mit tollen kleinen Sandbuchten, die voneinander durch herrliche, von roten Algen angehübschten, Felsbrocken getrennt sind. Sowohl die einsetzende Flut als auch der aufziehende Sturm winken mit dem Zaunpfahl und wir kehren zum Campingplatz zurück.